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Thema: Mit der Harley quer durch Argentinien

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    Administrator Avatar von peter
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    Standard Mit der Harley quer durch Argentinien

    In diesem Winter 12/13 haben meine Frau und ich uns entschlossen, dem kalten Wetter den Rücken zu kehren und irgendwo in warmen Gefilden mit der Harley zu fahren.

    Nach einigen Recherchen sind wir auf die Firma Overcross gestossen. Die bieten sehr interessante Touren zu angemessenen Preisen an. Darunter auch Bhutan, Süd-und Nordamerika und Asien.
    http://www.overcross.com/

    Wir haben uns für die 15Tage Tour durch Argentinien mit der Harley entschieden. Ich war noch nie in Südamerika. Zudem war die Grösse der Reisegruppe auf zwei bis vier Personen beschränkt. Also würde diese Reise auch nicht an Mangel an Teilnehmern scheitern.
    Argentinien - mit Harleys - Buenos Aires - Mendoza - Rally to the West - OVERCROSS Reisen

    Nachdem die erste Buchungsanfrage etwas schleppend verlaufen ist, ging es dann auf einmal sehr schnell und zügig, nachdem sich der Overcross-Mitarbeiter Axel Viertlböck eingeschaltet hat, der uns sehr viele Kenntnisse über die Zustände vor Ort aus erster Hand vermitteln konnte. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle.

    Einen passenden Flug zu buchen erwies sich wegen der knappen Zeit als nicht ganz einfach. Heraus kam, dass wir am 27.12. nach Buenos Aires fliegen, Sylvester dort verbringen und dann ab dem 1.1. mit dem Motorrad unterwegs sind. Die reine Fahrzeit mit den Harleys war (flugbedingt) zudem ein Tag länger, also 16 Tage. Deshalb konnten wir nach Valparaiso fahren, und nicht nur nach Santiago de Chile. Was sich als ausgesprochener Glücksfall erwies.

    Die ersten Tage in Buenos Aires haben den unvermeidlichen JetLag ausgeglichen. Obwohl nur vier Stunden Zeitunterschied zu uns besteht, kommt bei dieser Reise auch noch der Klimawechsel hinzu. Vom Winter in den Hochsommer mit Temperaturen von teilweise über 35°C.

    Route nach Valparaíso, Chile - Google Maps


    Ankunft Buenos Aires

    Der Flug dauert 12 Stunden. Am Flughafen werden wir von unseren beiden Reisebegleitern Alberto und Dany abgeholt. Alberto ist der Besitzer der Harley-Verleihfirma. Sein voller Name ist Alberto M. Samilian. Er ist eigentlich Anwalt, baut sich aber mit seinem Unternehmen ein zweites Standbein auf. Oder macht sein Hobby zum Beruf. Je nachdem, wie man es sieht.

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    Seine Firma bietet als einzige in Argentinien Motorräder der Marke Harley Davidson zum Verleih an. Und davon auch nicht viele, sondern nur eine Streetglide, eine Roadking und zwei Sportster. Wir haben uns bereits zu Beginn der Buchung die beiden grossen Bikes reservieren lassen.

    Die Maschinen waren Bj09, in einem ausgezeichneten Zustand und hatten eine Sissybar installiert, was die Anbringung des Gepäcks deutlich vereinfacht.


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    Alberto würde gerne weitere Bikes zur Vermietung anbieten, aber in Argentinien ist der Erwerb ausländischer Fahrzeuge nicht einfach. Man bekommt erst die Genehmigung zum Import, wenn die Aussenhandelsbilanz es zulässt. Also genug Wein und Rindfleisch im entsprechenden Gegenwert ins Ausland verkauft wurde. Da die Warteliste lang ist, ist die Chance auf eine Genehmigung relativ gering. Dazu kommen dann 100% Aufschlag durch Steuer und Zoll. Deshalb gibt es auch nur noch einen Harley Händler in Argentinien (vormals drei). Und der kann auch nicht liefern. Finanzieren kann er sich nur dadurch, dass ihm auch die Harley Davidson Vertretung in Santiago de Chile gehört. Dort kann man Bikes frei Handeln, zu normalen Preisen.

    Unser zweiter Begleiter ist der Dolmetscher Dany (Daniel Molinari). Obwohl Alberto halbwegs gut Englisch spricht, ist es gut, Dany dabeizuhaben. Er spricht fliessend Englisch, Spanisch und Portugisisch. Wenn er nicht gerade Motorrad fährt, spielt er als Drummer in seiner eigenen Rockband, die sich Engranaje nennt.

    Da Alberto und Dany die ganze Fahrt mitgemacht haben, waren wir stets rundum versorgt und mussten uns keine Gedanken um Unterkunft oder Verpflegung machen. Zudem kannte Alberto auch immer die schönsten Plätze und Restaurants.

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    Es versteht sich von selbst, dass Alberto auf seiner Sportster auch das Werkzeug mitgeführt hat, welches uns (mir) während der Fahrt noch sehr gelegen kommen sollte.


    Buenos Aires

    Die ersten Tage in BA verbringen wir mit Stadtbesichtigung. Die Stadt ist ein Riesenmoloch. Ein steingewordener Alptraum, mit hässlichen Graffitys übersäht. Wer nicht muss, sollte nicht länger als einen Tag dort verbringen. Die Hitze macht die Sache nicht angenehmer.

    Wir haben eine Stadtrundfahrt mit dem Touri-Doppeldeckerbus gemacht. Tickets dafür bekommt man nur am Startpunkt, nähe Placa Mayor (was einem keiner sagt). Man kann zwar unterwegs Aus- und in den nächsten Bus wieder Einsteigen, aber das hat keiner gemacht. Aus gutem Grund. Nach 3 Stunden weiss man, warum man nicht in Buenos Aires leben will. Man hat ständig das Gefühl, die Stadt sei in den 70ern stecken geblieben, und vergammelt seitdem.

    Der Stadtplan verführt dazu, einige naheliegende Strecken zu Fuss gehen zu wollen. Das ist ein Fehler, genauso wie in New York. Taxis sind preiswert und fahren in genügender Menge herum.

    Unser erstes Hotel liegt im Stadteil Palermo. Angeblich eine Hippe Gegend für Künstler und Galerien. Fehlanzeige. Langweilige Wohnhochäuser. Lichtblick ist eine nahe am Hotel liegende Strasse mit mehreren Restaurants und Strassenbars, in denen wir gut essen. Das Hotel ist sauber und ruhig, aber doch recht teuer. So wie alle Hotels in BA.
    :: BA Sohotel:

    Der einzige Lichtblick ist der Stadtteil Recoleta. Wenn man schon einige Tage in BA verbingen muss, dann wenigstens da. Dort gibt es auch ein durch und durch empfehlenswertes Hotel, das Appartmentzimmer zu vernünftigen Preisen anbietet. Das sind grosse Zimmer mit eigener Küche. Modern eingerichtet und mit Klimaanlage.
    Ayres Apartments

    Jeden Sonntag-Morgen gibt es dort einen sehr schönen Flohmarkt mit kleinen Ständen (Piazza Francis). Da bekommt man preiswert gutes Kunsthandwerk jenseits der touristischen Massenware. Ich kaufe einen Gürtel, ein Hemd und einen Ring für meine Frau.

    Sehr nett war auch der Besuch der Pferderennbahn. Der Eintritt ist kostenlos. Wir haben uns einige Rennen angesehen und ich musste feststellen, das ich von Pferden so überhaupt nix verstehe. Die von mir favorisierten Gäule kamen immer unter "ferner liefen" an.


    Reisenotiz Argentinien 1.1 – 16.1.2013


    1.1. Buenos Aires.

    Abfahrt! Es ist der Morgen nach Sylvester. Auch die Hotelangestellten fangen später an, so dass wir um 9.00 kein Frühstück bekommen. Aber es geht auch ohne. Nach einer langer Taxifahrt (weil die Werkstatt von Alberto in einem Vorort liegt und der Taxifahrer keine Ahnung hat, wo das ist), frühstücken wir erstmal gemütlich bei Alberto.

    Dann installieren wir mein mitgebrachtes GPS. Es ist ein Garmin ZUMO660, die Argentinienkarten konnte ich kostenlos aus dem Netz herunterladen. Sie waren ausreichend aktuell, wobei sich die Befahrbarkeit von Strassen aufgrund der regen Bautätigkeit ständig ändern kann. Grundsätzlich sind aber alle Strassen mit Harleys befahrbar.

    Meine Frau bekommt einen Getränkehalter an den Lenker montiert, der sich schon auf diversen USA Fahrten bewährt hat.

    Um 10.30 Uhr fahren wir schließlich los. Raus aus Buenos Aires, immer gen Westen. Öde Fahrt durch die „Pampa“, immer geradeaus. Die Gegend ist flach wie ein Teller. Über hunderte Kilometer nur Steppe, Rinder, und ab und zu eine kleine Ansiedlung mit einer Tankstelle. Aber es brummt. Wir saugen Bilder auf von Vögeln, einem toten Rind mit in die Luft stehenden Beinen und später auch Teichen und Feldern auf.

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    Das erste Hotel nach 560km Fahrt ist eher bescheiden. Alberto organisiert uns ein größeres Zimmer und bestellt im Nachbarort eine RiesenPizza zu Abendessen. Wir trinken zusammen 2 Flaschen Wein und erzählen. So wird es ein runder und guter Tag.,

    2.1. La Pampa

    Die Fahrt geht weiter durch die inzwischen recht fruchtbare Pampa bis zu den ersten Ausläufern der Anden. Wir haben jetzt ein Zimmer in einer komfortablen Hotelanlage mit Pool. Hier bleiben wir für vier Nächte. Die nächste Stadt ist San Rafael, das Hotel Valle Grande liegt an einem Fluss, der relativ viel Wasser führt. Ideal für Rafting. Felsen, wilder Fluss, Farben. Pool mit frischem, kühlen Wasser, Bar und Bier.
    Hotel Valle Grande- Valle Grande - San Rafael - Mendoza

    In diesem Hotel fällt uns das erste Mal etwas auf, was uns die ganze Reise begleiten wird. Überall sind Kinder. Während bei uns die Geburtenrate zurückgeht und fast nur noch Erwachsene zu sehen sind, gibt es in Argentinien lauter Kinder. Junge Paare haben entweder schon ein oder zwei Kinder, oder die Frau ist schwanger. Kinder werden wie selbstverständlich überall hin mitgenommen. Spielplätze gibt es reichlich. Was für ein Unterschied zu Deutschland.

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    3.1. Canyon Tour!

    Heute befahren wir den Atuel Canyon. Eine wunderschöne Schotterstrasse in einem tief eingegrabenen Canyon. Dazu fahren wir zunächst die RN144 und RN 180 bis zum Anfang des Canyons. Die Schotterstrasse selber ist die RN173 und führt direkt zurück zum Hotel. Meine Frau fährt auf meinem Bike mit, sie will die Gegend geniessen. Vier Stunden dauert diese Schotter-Tour.

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    Es ist ein traumhafter Canyon in allen Farben und Formen – Säulen, Gesichter, schroffe Berge. Stauseen und- wenn nicht gestaut – der Fluss. Wir machen Rast an der einzigen Stelle des Canyons, an der es Schatten gibt. Die Sonne bildet einen Heiligenschein über dem Schattenspendenden Felsen. Zum Abschluss ein argentinischer Burger und ein Bierchen mit Blick über den See.

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    4.1. Wir fahren alleine

    Heute fahren meine Frau und ich alleine. Alberto schlägt uns den Besuch eines Weingutes an einem nahen Stausee vor. Ich gebe die entsprechenden Koordinaten in das GPS ein. Aber irgendwas geht schief. Statt zur Winery trägt es uns bis an den Fuß der Anden, bevor ich merke, dass da etwas nicht stimmen kann. Riesige Berge mit leuchtenden Gletschern tauschen in der Ferne auf. Auf der Strecke liegt ein Salzsee und wir kreuzen die berühmte Route 40, die berühmte Panamericana, die entlang der Anden durch ganz Südamerika in Nord – Süd Richtung führt.

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    Unser Endziel ein Ski-Ort namens El Sosneado, der auf den ersten Blick nur aus einer kleinen Tankstelle besteht, in der es köstliche Sandwiches gibt. In einem Nebengebäude der Tankstelle bekommt man neben Andenken auch Wein und Sekt aus aller Herren Länder, so auch aus Deutschland.

    Wir schmausen ein Sandwich mit gerauchtem Schinken, Käse und Zutaten (Sößchen, Gewürze, getrockente Tomaten), mit denen wir unser Sandwich aus kleinen Töpfchen selbst bestücken. Dazu ein deutsches Bierchen (kühles Warsteiner in 1Liter Flasche!). Köstlich.
    El Sosneado | Provincia de Mendoza | Hoteles, mapas, rutas y experiencias de viajeros

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    Im Hotel ist Asado-Abend. Es gibt das berühmte argentinische Grillfleisch.

    5.1. Rafting

    Sehr gemütlicher Morgen am Pool. Meine Frau geht gegen Mittag zum Rafting, Dany fährt sie hin. Sie wartet dort lange am Pool in Korbsofa und schaut sich die Leute an. Erst nach einer Stunde geht es los. Das Rafting ist nett, wir steuern oft gezielt auf Felsen zu um dann beim Kommando „al centro“ vom Rand ins Innere des Bootes zu rutschen und zu kreischen. Zwei kleine Kids drehen fast durch, das Mädel darf mit Mama aussteigen, der Junge muss durchhalten und bricht vollends darnieder, als er vom zweiten Boot eine Spassladung Wasser ins Gesicht bekommt. Insgesamt sehr nett und ein schöner Programmpunkt in Albertos Angebot.

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    Zurück im Hotel fahren wir zusammen mit Alberto und Dany zur Algodon Winery. Spannend – dort wird Baugrund ($30 pro m2) für den Eigenheimbau mit automatischem Weinbezug verkauft. Auch Olivenbäume gibt es en Masse. Und einen Golfplatz. Als ganz besonderer Wein wird dort eine Gärung unzerkleinerter Trauben im Fass vorgenommen. Damit es nicht eintrocknet, wird immer wieder Wasser zugegossen.

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    Nach Verkostung zweier Weine und leckeren Snacks fahren wir zurück und dann zu einem letzten Bier in der Bergkneipe über dem See. „We see twilight“.

    6.1. Fahrt nach Malague, Los Molles, in Las Lenas.

    Wir fahren Richtung Süden, hinein in die Anden. Wir nehmen dieselbe Strasse, die wir Tags zuvor schon irrtümlich gefahren sind. Und natürlich halten wir wieder an “unserer” Tankstelle in El Sosneado und essen wieder ein Sandwich.

    Die Fahrt geht in ein ruhiges Seitental der Anden, zum berühmtesten Skiort Argentiniens: Las Lenas. Der Wind bläst heftig und plötzlich bleibt meine StreetGlide einfach stehen. Es fühlt sich an, als ob der Sprit ausgegangen wäre. Zum Glück sind wir schon in Sichtweite von unseren Endziel.

    Eine kleine Feriensiedlung etwa 20km vor Las Lenas: Los Molles. Wir packen das Gepäck auf die restlichen drei Maschinen um und fahren die letzten Kilometer zur Unterkunft. Es wirkt zunächst kalt und unwirtlich, die Hütte wird aber schnell ein Zuhause. Die gemütliche Gaststätte/Aufenthaltsraum mit netten Gastgebern, Souvenirs und gutem Kaffee und Kuchen macht die Seele warm.
    Las Leñas Alojamiento | Complejo Turístico Los Molles | Cabañas | Mendoza, Argentina

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    Dany und Alberto schleppen die defekte Maschine herbei. Dann baut Alberto den Tank der Streetglide ab und wir holen die Einspritzpumpe aus dem Tank. Der Fehler ist sofort gefunden: Die Unterdruckleitung (Ansaugleitung) hatte sich gelöst. Einfach wieder aufgesteckt und festgeklemmt, und schon konnte der Zusammenbau beginnnen. Danach lief die Maschine wieder einwandfrei.

    Nach dieser Aktion fahren wir im Hauptort La Lena zum Einkaufen und Tanken. La Lena ist ein Ferienparadies aus der Retorte, wie es sie in Frankreich oft gibt. Wenigstens gibt es einen Supermarkt, der aber nicht allzu reichlich ausgestattet ist. Dafür entlohnt das atemberaubende Panorama der umliegenden Berge.

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    Dany bekocht uns mit einem typisch argentinischen Biker-Gericht: Ravioli und Hühnchen in Tomaten-Bier-Knoblauchsauce. Die Motorrad Fachgespräche erreichen ihren Höhepunkt, während meine Frau ein Zigarettchen von Alberto raucht und den Sternenhimmel bestaunt. Der Orion steht hell am Himmel, der Jupiter strahlt in Nähe des Stieres. Das Kreuz des Südens ist deutlich sichtbar.

    7.1. Landrover Tour

    Heute fahren wir wieder nach Las Lenas, wo wir eine Tour in die Berge im 4-Rad angetriebenen Landrover machen. Zunächst aber besuchen wir einen kleinen aber tiefen Kratersee ganz in der Nähe, der aber weder Vulkanisch noch durch einen Meteoriten entstanden ist. Stattdessen sind die unteren Erdschichten ausgewaschen worden, so das die obere Erdschicht eingebrochen ist. Das kann in dieser Gegend jederzeit und überall wieder geschehen, was mir kurzfristig ein mulmiges Gefühl gibt.

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    Im Städtchen erwartet uns schon der Landrover Defender mit Fahrer und eigenem Übersetzer, die Alberto für uns vorgebucht hat.

    Die Fahrt geht über eine alte Militärpiste in die Berge. Versteinerte Vulkanasche, Lava, Condor-Höhlen (unbewohnt da nicht ausreichend ruhig), tolle Farben und Formen. Grüne Hochebenen, als Militärstützpunkt ausgewiesen, auch Ziel chilenischer Bergbauern im Sommer (Chile ist 17 Km entfernt).

    Wir sehen die Twin Berge neben einem Gletscherberg, hinter denen 1972 eine Verkehrsmaschine aus Uruguay abgestürzt ist. Die Überlebenden haben sich damals vom Fleisch der Toten ernährt, bis sie Monate später gerettet wurden. Interessanterweise liest meine Frau auf der Reise gerade das Buch eines der Überlebenden. Deshalb kann sie mir einiges über diesen Flugzeugabsturz erzählen.
    Fuerza-Aérea-Uruguaya-Flug 571

    Ein Teil der Strecke ist der Anfang eines alten Grenzpasses nach Chile. Mir wird gesagt, dass dieser Pass nicht passierbar ist. Ich glaube das nicht so ganz. Es hat mich gejuckt, diesen Pass mit dem Motorrad abzufahren. Aber dafür wäre eine Gelände-BMW oder ein Gespann brauchbarer gewesen.

    Endziel ist das Valle Hermoso, eine wunderschöne Tiefebene mit zwei Flüssen, die sich am Ende des Tals vereinen. Scheinbar eine Sackgasse, hat das Tal doch einen Ausgang hinten durch die Berge, Richtung Chile. Wir können dort noch ein paar Schritte hinaufsteigen und genießen die Aussicht. In den 50er Jahren war dort ein Staudammprojekt geplant, wovon noch eine Steintafel kündigt. Zum Glück wurde daraus nichts, so dass dieses wunderschöne Tal nicht im Wasser versunken ist.
    Las Leñas - Centro de Ski - Mendoza: Valle Hermoso - Las Leñas

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    Auf der Rückfahrt schmecken wir noch besonders köstliches Quellwasser. Wir Fahren zurück und treffen die Jungs, die seit Stunden darauf warten, dass der Supermarkt und die Apotheke öffnen. Alberto hat eine Wespenallergie und einen dicken Arm, er benötigt ein Medikament.

    Die Läden bleiben zu und wir vertreiben uns ein nettes Stündchen in einem Restaurant, in dem Videos von alten Kultklassikern auf einem Bildschirm laufen. Das regt allerlei nostalgische Gespräche an.

    Am Abend möchte uns Alberto mit Asado beglücken. Da zu viel Wind für den Grill vor der Tür ist, schließt er sich einer anderen Gruppe an, die in ihrem Grill eine ganze Ziege zubereiten will. Alberto kommt ab und an in die Hütte und ist immer frustrierter. Erst hat er im Supermarkt nur gefrorenes und kein frisches Fleisch bekommen. Dann verhalten sich auch noch die anderen "Grillmeister" unfachmännisch, sie betrinken sich und dröhnen sich voll. Schliesslich schleudern sie beim Wenden der Ziege unser Fleisch in die Asche. Alberto bestellt dann beim Wirt ein anderes Gericht für uns alle und ist schließlich zufrieden, eine befriedigende Lösung gefunden zu haben.

    8.1.Fahrt nach Cacheuta.

    Heute geht es wieder nach Norden. Der Grenzübergang nach Chile, der südlich von uns liegt, ist wegen eines Waldbrandes seit Monaten geschlosen. Wir müssen wieder den Bogen über San Raffael fahren, da die berühmte RN40 (Panamericana), die eine deutliche Abkürzung wäre, in diesem Teilabschnitt nur eine Schotterpiste ist.

    Traumhaft die Weite und die Berge, die Welt gehört uns. Die Hütte, in der wir diesmal übernachten, ist der einzige Ausrutscher auf dieser Reise. Kein heißes Wasser, keine Massage, keine Spur von den versprochenen heissen Quellen und dem Thermalbad. Blöde Hüttensiedlung mit Hunden, Hühnern und einem popeligem Pool.

    Ich nehme dies zum Anlass, die weitere Planung zu hinterfragen – ab jetzt jeden Abend ein anderes Hotel und nur eine Nacht in Valparaíso? Deshalb plane ich mit Alberto und Dany um: wir streichen einen Zwischenstop vor Chile und kappen die zweite Nacht in Santiago auf der Rückfahrt. Ergebnis: Drei Nächte in Valparaiso.

    9.1. Chile

    Heute fahren wir schon um 7 Uhr los, da wir den Zwischenstop in Uspallata gestrichen haben. Wir wollen heute direkt bis Santiago fahren. Uns erwartet der Pass nach Chile mit großer Höhe. Genug trinken ist wichtig.

    Wundervolle Fahrt durch die Anden Richtung Chile. Mächtig sind die Anden, bunt und erhaben, mit Felsen die wie Mauern den Fluss einrahmen. Eine kleine schmucke alte Eisenbahnstrecke begleitet uns. Nach jedem Tunnel sieht die Welt anders aus. Stolz und ewig sind die Berge. Endlich sind wir wirklich innerhalb des Gebirges, kratzen nicht am Rand. Habe mich seit Tagen heimlich danach gesehnt. Die Berge sind nochmal deutlich eindrucksvoller als unsere Alpen. Dafür gibt es nicht viele Wege durch die Anden, während die Alpen doch recht gut erschlossen sind.

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    Der Grenzpass ist momentan nur in eine Richtung befahrbar. Also von 8Uhr Morgens bis 19Uhr Abends von Argentinien nach Chile, von 20Uhr bis 6Uhr umgekehrt. Die Strasse kann nur in den wenigen Sommermonaten von den Winterschäden repariert werden. Im Winter kann man also nicht fahren wegen des Schnees, im Sommer nicht wegen der Reparaturen. Argentinische Logik.

    Die Grenze passieren wir schneller als befürchtet (es hätten 5 Stunden und mehr sein können). Trotzdem ertragen wir gefühlte dutzende Formularen und hunderte Stempel (je unbedeutender ein Land, desto umfangreicher die Grenzkontrollen).

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    Der Weg führt abwärts in riesigen Serpentinen. Die LKWs stehen in Schlange bis zum Tal- Aber weshalb fahren wir mit Bikes? Wir fahren einfach auf der gesperrten rechten Spur abwärts und überholen die schleichende LKW Kolonne.

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    Im Tal angekommen bremst mich plötzlich Dany aus. Ich habe hinten einen Platten. Zum Glück sind wir auf Höhe einer Tankstelle. Alberto holt sein Flickzeug raus und zeigt mir, wie man einen schlauchlosen Reifen repariert. Coole Sache. Da wir den Luftkompressor der Tankstelle zur Verfügung haben, geht es nach nur einer halben Stunde Aufenthalt weiter.

    Wie zu befürchten war, hat uns mittlerweile eine Welle von LKWs überholt. Da kommt uns eine weitere Ampel an einer Baustelle zu Hilfe. Wir fahren lässig vor und lassen den LKW-Bandwurm hinter uns. Vor uns freie Fahrt. In der Ebene bläst uns der Wind wie heißer Föhn ins Gesicht, wir landen am Abend im Hotel in Santiago.
    Hotel Acacias de Vitacura

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    Erst einmal in den Pool, dann ein fürstliches Abendmahl im Garten des Hotels. Wir merken sofort, dass in Chile sehr viel mehr Sorgfalt bei der Bedienung und bei der Essenszubereitung herrscht, als in Argentinien. Insgesamt ist die Atmosphäre moderner und westlicher geprägt.

    10.1. Harley Händler

    Am Morgen geht es zunächst zum örtlichen Harley Händler. Wir machen einen Großeinkauf mit T-Shirts als Mitbringsel. Meine Frau bekommt eine neue Harley Jacke und einen Harley Patch für ihren Helm. Die StreetGlide bekommt einen neuen Hinterreifen, da der geflickte schon reiflich abgefahren war. Die Wartezeit verbringen wir mit einer kleinen Exkursion auf der Roadking meiner Frau. Wir essen ein erfrischendes Gemüse/Frischkäse Sushi und trinken guten Kaffee in einer weiteren Kneipe.

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    Schließlich gegen 4 Uhr Abfahrt nach Valparaíso. Diesmal bleiben Alberto und Dany in Santiago zurück. Sie wollen noch Teile für ihre Harleys kaufen, den Lambdasensor der Sportster austauschen lassen usw. Die Preise für Motorradteile, Computer und Elektronik sind hier nur halb so hoch wie in Argentinien. Das wollen sie nutzen.

    Das für 2 Nächte in Valparaiso reservierte Hotel Da Vinci liegt an eine super steilen Straße. Das Parken abwärts mit den bepackten Bikes funktioniert nicht. Wenden geht auch nicht, da es eine Einbahnstrasse mit relativ viel Verkehr ist.
    Hotel Da Vinci Valparaíso - About Us

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    Wir telefonieren kurzentschlossen mit dem Strandhotel in ConCon (das Hippocampus), in dem wir für den dritten Tag gebucht hatten. Das ist ein beliebter Badeort 20km nördlich. Wir können gleich hin, ein Zimmer ist für uns frei.

    Die Fahrt dahin ist recht anstrengend, Stau und die Suche nach dem Hotel, dort schließlich noch ein Umzug vom (schäbigen) 1. in den (hübschen) 6. Stock. Nach kurzer Eigewöhnung herrscht große Zufriedenheit bei uns. Das offene Fenster zeigt zum Meer, die Vögel fliegen fast am Bett vorbei und die Gruppen von Pelikanen schweben kraftvoll über dem Meeresspiegel. Es ist bewölkt, nicht heiß, leichter Wind weht vom Pazifik ins Zimmer.
    Hippocampus Resort & Club

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    11.1. Valparaiso

    Faul liegen wir nach dem Frühstück wieder im Bett bis 14 Uhr. Dann fahren wir an der Küste entlang nach Valparaíso. Verrückte Stadt. Total verbaute Hänge, ein Hügel nach dem anderen, bunte Hütten aus Blech oder Holz, abgestützt auf beliebige Art, bemalt, mit Graffitti besprüht. Auf halber Höhe durchfahren wir die Stadt und staunen, fühle mich auf manchen wild abschüssigen Sträßchen wie im Vergnügungspark. Die Strassen sind in Wirklichkeit sehr viel Steiler, als es auf den Bildern aussieht.

    Im Zentrum fahren noch Trollybusse. die habe ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen.

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    Im Hotel Da Vinci wollen wir eine Nachricht über unseren Verbleib im Hippocampus für die Jungs hinterlassen. Wir kommen genau in dem Moment an, in dem auch Alberto und Dany ankommen. Wir verabreden uns auf ein Bier um 6 Uhr und schauen uns die untere Stadtebene an. Aufzüge, die nicht mehr in Funktion sind und vieles mehr.

    Wie essen mexikanisch. Trinken Kaffee im Naturkundlichen Museum. Die Wirtin ist eine beeindruckende, kraftvolle Person und das Gebäude hat schicken, gepflegten Kolonialstil. Der Drink des Hauses ist Gurkensaft mit Apfel, schmeckt interessant und lässt mich einige Zeit auf der Toilette verbringen.

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    Mit den Jungs dann ein Bierchen in einer geschmackvoller Kneipe, es gibt selbst gebrautes. In Valparaiso gab es bis in die 90er Jahre nur ein Hotel. Erst in letzter Zeit wird diese Stadt für den Tourismus erschlossen. Es entstehen Hotels, Kneipen, Bars, Abendvergnügungen.

    12.1. Das Landesinnere

    Wir starten zu zweit zu einem Ausflug mit unseren beiden Motorrädern. Das anvisierte Fisch-Essen ergibt sich nicht, denn die ganze Küste ist überfüllt und regt nicht zum Anhalten an. Wir Fahren statt dessen ins Landesinnere, wunderschöne kleine kurvige Straßen durch die Felder. Häuser, Gärten und Kühe, sehen Männer zu Pferd – man sieht das dies eine übliche Fortbewegung ist - , Reparatur von Eisenbahnschienen, halten an einem Mini-Einkaufsladen an für eine paar Süßigkeiten und eine Sprite. Schieben dann mitten im Nirgendwo unsere Motorräder beiseite, weil aus dem nichts ein Schwerlast-LKW ums Eck muss und landen dann schließlich an einer Hängebrücke, die offensichtlich nur für Fussgänger geschaffen ist. Ende der Strasse.

    Wir drehen um und fahren die gleiche zauberhafte Strecke zurück. Rast an einem chilenischen Imbissstand mit allerlei „Spezialitäten“, die viel mit Mais zu tun haben. Auch hier eine chilenische Power Frau, die offensichtlich ein Projekt für ihr Leben aus dem Nichts erschaffen hat.

    Wieder im Hotel angekommen lassen wir den Tag am Strand ausklingen.

    13.1. Zurück nach Argentinien

    Meine Frau geht vor der Abfahrt noch am kleinen Strand unten am Hotel schwimmen. Kaltes, kribbeliges Pazifikwasser!

    Um 14 Uhr kommen die Jungs und holen uns am Hotel ab. Los geht es gen Grenze. Wir fahren die Nordstrecke nach Los Andes ohne zu wissen, ob wir nicht vielleicht 20km Schotterstrecke fahren müssen. Stattdessen erwartet uns eine frisch eingeweihte Autobahn. So gefällt uns das.

    Gegen 18Uhr Abends kommen wir in die Passnähe und müssen bis 20 Uhr warten (one way). Wir fahren bis zu einer Gaststätte kurz hinter dem Beginn der Warteschlange vor und verbringen dort die Zeit mit Lesen und einem kühlen Bierchen. Die Fahrt läuft dann flüssig, tolle Stimmung, die Sonne geht zwischen zwei Bergen in unserem Rücken unter.

    Ein Trupp Motorradfahrer aus Brasilien schliesst sich uns an. Wir haben Spass und machen eine Menge Gruppenphotos. Da wir ganz vorne fahren, sehen wir hinter uns den Bandwurm der Autofahrer, die den Pass erklimmen.

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    Oben dann nach dem Tunnel zur argentinischen Seite überrascht uns eiskalter Regen und Graupel. Wir halten an und ziehen Regensachen drüber. Es ist schon dunkel. Gegen 10Uhr sind wir an der argentinischen Grenzkontrolle. Wieder Formulare und Stempel. Alberto erfährt von einem Grenzsoldaten, dass die Regenfälle einen Bergrutsch ausgelöst haben. Die Strasse ist im weiteren Verlauf blockiert. Die Räumzeit wird mindestens 8 Stunden betragen.

    Wir kommen heute Abend sicher nicht in unser Hotel nach Uspallata. Da sich diese Nachricht noch nicht herumgesprochen hat, ist Alberto vorgefahren um zu versuchen, in einem kleinen Nest vor der Unfallstelle ein Hotelzimmer zu ergattern, bevor der Run der Massen losgeht.

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    Als wir in dem kleinen Nest ankommen, winkt uns schon Alberto. Er hat die beiden letzten Zimmer erwischt. Und schon füllt sich die grosszügige Parkfläche vor dem Hotel mit Dutzenden Bussen und Hunderten Autos (und Motorrädern) die in dieser kalten Nacht nicht mehr weiterkönnen. Der Hausmeister des Hotels nutzt unsere Zwangslage aus. 150 US-Dollar für ein sehr einfaches Zimmer. Aber dafür ist es warm und trocken. Und wir können duschen.

    Das einzige Restaurant in diesem Dorf kennen wir schon von der Hinfahrt. Wir haben dort Kaffee getrunken, und ich habe dem Kellner ein grosszügiges Trinkgeld in Dollar gegeben. Das ist unser Glück. Der Kellner erkennt mich, holt uns rein, setzt uns an den letzten freien Tisch. Danach wird die Tür einfach abgeschlossen. Das Restaurant ist auf einen solchen Massenansturm nicht vorbereitet. So bekommen wir das letzte warme Essen aus der Küche.

    Als wir um Mitternacht das Restaurant wieder verlassen, drängen sich die Menschen dicht an dicht vor dem Eingang. Aber es wird keiner mehr eingelassen. Hunderte Reisende verbringen diese Nacht in der Kälte im Auto oder im Bus. Was aus den anderen Motorradfahrern wird, die mit uns über den Pass gefahren sind, will ich mir gar nicht erst ausmalen.

    14.1. Bergrutsch

    Wir schlafen bis 9Uhr. Von Alberto erfahren wir, dass die Passstrasse erst um 8Uhr wieder geöffnet wurde. Trotzdem ist der Platz vor dem Hotel bereits leergefegt und es ist wieder das einsame verlassene Bergnest, das wir schon auf der Hinfahrt kennengelernt haben.

    Wir fahren getrennt von Alberto und Dany nach Uspallata. Da Alberto die Zimmer im Hotel Los Condores bereits im Voraus bezahlt hatte, nehmen wir wenigstens das fulminante Frühstück mit.
    Hotel Los Condores | Hotel de montaña | Uspallata, Mendoza, Argentina

    Als wir an der mittlerweile geräumten Stelle des Bergrutsches vorbeikommen sehen wir, dass sich ein ganzer Teil des Berges gelöst hat und sogar eine ziemlich grosse Betonwand mit in die Tiefe gerissen hat. Gut das war nicht zur Stelle waren. Auch auf der weiteren Strecke sorgen kleinere Bergrutsche für kurzen Aufenthalt. Schlimmer trifft es den entgegenkommendne Verkehr, der immer nur Pulkweise durchgelassen wird. So fahren wir an einer endlosen Kette von wartenden Autos, Bussen und LKWs vorbei.

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    Heute steht eine recht lange Strecke bis Villa Mercedes an. Lange gerade Strecken durch die Weinfelder von Mendoza, viele Stände mit regionalen Produkten (Wein, Oliven, Öl, Früchte), dann durch die Maisfelder von La Paz. Dann wieder „La Pampa“, es geht immer geradeaus. Ein paar geschwungene Hügel lassen die gerade Strecke weiter sichtbar werden als auf der Hinfahrt. Wir übernachten in einem schönen Hotel mit eigenem Casino.
    Amerian - Palace Hotel Casino

    15.1. Juinin

    Alberto fährt heute die ganze Strecke nach Buenos Aires durch, da er direkt nach uns die Maschinen zu einem Kunden nach Uruguay bringen muss. Dafür will er noch einiges Vorbereiten. Wir fahren mit Danny später los. Meine Frau übernimmt die Führung der Gruppe und übt sich an dieser Aufgabe. Viel Verkehr und wildes Überholen durch Autofahrer. In Juinin sind wir in einem einfachen Hotel mit lärmender Klimaanlage untergebracht. Wir gehen am Abend durchs Städtchen und essen Pizza.
    Hotel Embajador

    16.1 Buenos Aires

    Wir fahren früh los und düsen die letzten knapp 300 km flüssig durch. Im chaotische Stau in Buenos Aires wechselt meine Frau in einem undurchsichtigen Fahrmanöver die Spur. Ich bin kurz abgelenkt und beobachte sie im Rückspiegel. Ein Wagen wechselt vor mir auf meine Spur und macht eine Vollbremsung. Ich muss auch voll bremsen und stürze. Einen Kilometer vor dem Ziel. Ausser einer Schramme passiert mir nichts, die Sturzbügel der StreetGlide haben alles aufgefangen, der Schaden ist minimal.

    Bei Alberto bauen wir unsere Teile ab und machen die Endabrechnung inkl. Motorradschaden vom Sturz. Zum Abschied bekommen wir die CDs mit den Photos, die Alberto während der Fahrt von uns geschossen hat.

    Wir beziehen unser Hotel in Recoleta und nutzen den letzten Tag zu einem kleinen Stadtbummel. Zum Beispiel zum Besuch des Friedhofs mit dem Grab von Evita Peron und einem Bierchen unter dem großen Gummibaum des Lokals La Biela, in dem sich früher die argentinischen Rennfahrer getroffen haben. Und am Abend für ein köstliches letztes Asado.
    Recoleta, Buenos Aires - Wikipedia, the free encyclopedia


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    (Photos aus Wikipedia, da unsere nix geworden sind)

    17.1. Abflug

    Packen und Frühstück im Zimmer. Letzter Einkauf -Dulce Leche-im Supermarkt. In der Brauerei am Piazza Francis schreiben wir unsere Postkarten und trinken selbstgebrautes Guinnes. Dann ab zum Flughafen.

    The End. Was ein Urlaub!


    Erfahrungen

    Uns wurde geraten, US-Dollars mitzunehmen, die wir vor Ort tauschen können. Das war ein guter Rat, speziell wenn man nicht zum offiziellen Wechselkurs 1:4,5, sondern zum Strassenkurs von 1:7 wechseln konnte. Leider war das nicht immer der Fall. So mussten wir jede Gelegenheit nutzen, um wieder an Peseten zu kommen. Taxifahrer, Tankstellen und Hotels haben widerwillig US-Dollar angenommen, und dann auch nur zum offiziellen Kurs.

    Wir sind bis auf wenige Ausnahmen nur im Hemd und Jeans gefahren. Es war sehr warm. Auch in den Anden. Die Strassen waren relativ gut, wobei die Gefahr von Schlaglöchern latent immer vorhanden ist. Lastwagen fahren bis zu 110km/h schnell und überholen auch fleissig.

    Nicht jedes Hotel hat eine Klimaanlage, die mir immer sehr willkommen war. Das Niveau der Raststätten und Hotels kann in Argentinien sehr einfach sein. Gerade auch die sanitären Einrichtungen. Man muss sich daran gewöhnen. Chile ist da sehr viel fortschrittlicher.

    Die Versorgung mit einem Handy-Netz ist durchgehend gut, wobei in Argentinien kein Daten-Roaming möglich war (in Chile dafür schon). Dafür gibt es in jedem Hotel, Restaurant, Tankstelle einen frei zugänglichen WIFI Anschluss. Manchmal muss man nach dem Passwort fragen, das einem aber immer sofort gegeben wird. Die Leitungsqualität ist sehr unterschiedlich, aber für EMAILs immer ausreichend.

    Insgesamt haben wir auf dieser Reise über 5000km in 16 Tagen zurückgelegt. Bis auf die Panne, das Loch im Reifen und meinen Umfaller ist alles glatt gegangen. Meine Frau hatte überhaupt keine Probleme.

    Es erfordert natürlich ein gehöriges Stück an Sitzfleisch, wenn man 500km und mehr am Stück geradeaus durch eine wenig abwechlungsreiche Landschaft fährt. Aber auch das hat seinen Reiz, nur sollte man so etwas von zu Hause gewohnt sein. Die Strecken in Argentinien sind generell sehr weit, die Dichte der Tankstellen ist auch für eine Sportster ausreichend.


    © 2013, Peter Viczena
    Geändert von peter (09.12.2014 um 11:51 Uhr)

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