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Thema: Route 66

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    Standard Route 66

    Dies ist ein Bericht von meiner Reisebegleitung, mit der ich im Sommer 2014 die Route 66 befahren habe. Für mich war es das zweite Mal, für Heidi das erste mal. Wie immer bei diesen Gelegenheiten haben wir die Motorräder von Eaglerider gemietet. Ich hatte eine E-Glide, Heidi eine Softail Heritage.

    Hier der Bericht:

    Viele Jahre hing ein Zeitungsausschnitt an der Wand hinter meinem PC. Meist nahm ich das Bild gar nicht mehr bewusst wahr. Es gehörte quasi zur Tapete. Nur ab und zu schaute ich es mir an und lächelte. Es zeigte Motorradfahrer auf der Route 66. Heute hängt dort kein Bild mehr. Ich habe es abgenommen. Denn das Ziel, die Fahrt mit einer Harley über die Route 66, habe ich am 05. August 2014 erreicht.

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    Wir landen Sonntag Nachmittags mit überschaubarem Gepäck in Chicago. Mein Bekannter Peter, mit dem ich die Reise mache, hat in weiser Voraussicht bei Ginos East einen Tisch reserviert, der legendärsten Pizzeria von ganz Illinois. Wir bestellen Meaty Legend. Der krustige Käse-Rand umrandet eine Salami-Dreifach Bacon-Tomatenfüllung vom Feinsten. Zu zweit essen wir eine 1-Mann-Portion und lassen noch etwa ein Drittel übrig. Der kulinarische Einstand ist gelungen.

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    Da wir unsere Motorräder erst am Nachmittag bekommen, nutzen wir den Vormitag, um durch Chicago zu laufen. Zuerst frühstücken wir in Lou Mitchells Restaurant, dem berühmtesten Frühstücksrestaurant Chicagos. Reichlich Ei, Bacon und Bratkartoffeln. Gespült mit Orangensaft und Kaffee.

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    Frisch gestärkt laufen wir dann zur Waterfront. Ganz besonders interessiert uns der Startpunkt der Route 66. Leider ist das Bronzeschild, das früher den Punkt bezeichnete, nicht mehr vorhanden. Deshalb laufen wir den Jackson Boulevard bis zum Wasser. Früher ging hier die Route 66 los, heute ist es eine Einbahnstrasse in die "falsche" Richtung, so dass man in Richtung Westen die parallel laufende Adams Street nehmen muss.

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    Am Montagmittag geht’s dann richtig los. Ich bin ein bisschen nervös. Wir stehen vor den Maschinen, auf denen wir die nächsten zwei Wochen die USA queren. Meine Heritage Softail ist dunkelblau und glänzt in der Sonne. Der Sattel ist weich, breit und recht großzügig bemessen für meinen Po, der in Größe 38 passt. Das Gegenteil kenne ich von meiner eigenen Harley und schicke ein kleines Dankesgebet gen Himmel. Das Gepäcksystem meiner Dyna Glide schnalle ich auf und verzurre es mit einem Spanngurt. Nach 5 Unterschriften bekomme eine kurze Einweisung. Ein paar Schalter haben andere, neue Funktionen, das meiste ist gleich. Peter installiert sein mitgebrachtes Navigationssystem an den Lenker der E-Glide und übernimmt die Führung.

    Sofort fühle Ich mich auf der Softail wohl, denn sie fährt sich trotz wuchtigem Aussehen wunderbar leichtgängig. Majestätisch wie eine Biker-Königin herrsche ich über 340 kg Chrom, Stahl und Leder - bis zum ersten Stopp an einem Café.

    Beim Anlassen sagt sie keinen Ton. Ich drücke ein paar Schalter und die Warnblinkanlage geht an, der Motor nicht. Mir ist heiß. Mein Reisebegleiter wird stimmlich etwas lauter. Ich höre Wortkombinationen wie „Frauen und Harleys“ und „vergesse“ weitere Details. Ab diesem Moment weiß ich, dass ich das Motorrad nur im Leerlauf starten kann und die Warnblinkanlage einen eigenen Schalter hat, so dass die gleichzeitig gedrückten Blinker hier nicht funktionieren. Ich verankere diese Details fest in meinem Kopf.

    Wir biegen ab auf die Interstate Richtung Milwaukee, zur Geburtsstätte aller Harleys. Dieser Abstecher gehört nicht zur Route 66, sondern ist unser Wunsch. Leider funktioniert die Besichtigung der Motorenfertigung nicht, denn Montags ist geschlossen. Stattdessen führt uns ein freundlicher Angestellter etwas durch die alten Gebäude und erlaubt uns, ein Bild mit dem Bike vor dem alten Fabrikgebäude zu machen. Dafür ruft er extra die dort patroulierenden Cops an, die dann sogar Photos für uns machen.

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    Im neuen Harleymuseum bekomme ich jede Menge Erklärungen zu Motoren, Zylindern, Vergasern, zum früheren Starrahmen, Handschaltung, Einsatzmöglichkeiten und Gespannen. Ein Großteil der Detailinfos habe ich bereits wieder vergessen – bis auf die dreirädige Polizeiversion mit langem Stock und Kreide. Beim langsamen Vorbeifahren wurde mit dem verlängertem Arm die Reifen von Falschparkern mit Kreidestrichen markiert, um festzustellen, ob sich das Auto innerhalb eines gewissen Zeitraums bewegt hat. Coole Geschichte.

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    Die Route 66 beginnt überraschend unspektakulär. In den Ausläufer von Chicago stellt sich so gar kein legendäres Route 66 Feeling ein. Jede Menge LKWs und Autos. Das hohe Verkehrsaufkommen bindet unsere Aufmerksamkeit. Ebenso wie die vielen Schlaglöcher. Nur ab und zu blitzt eins der historischen Route 66 Schilder auf. Zudem müssen wir häufig abbiegen. Rechts, links und wieder rechts, verbunden mit kleinen Kurven und städtischem Ampelverkehr. Das hat so gar nichts mit den langen Straßen „Blick geradeaus bis zum Horizont“ zu tun.

    Je weiter wir uns von Chicago entfernen, desto ruhiger wird es. Erst ab Joliet stellt sich das Route 66 Gefühl ein. In dem Maße wie der Verkehr nachlässt nimmt der Ausblick nach vorne zu. Ich gehe ein paar Mal ordentlich in die Eisen, da die Hauptstraße zwar geradeaus weitergeht, die historische Route 66 aber links oder rechts abbiegt. Bei gut 60 Meilen Reisegeschwindigkeit erfordern diese kurzfristig anzeigten Abbiegungen Aufmerksamkeit und Bremsvermögen. Ich bin froh über das erst letzthin gemachte Motorradsicherheitstraining und meine ABS-Bremse. Die alten Asphaltstraßen der Route 66 unterscheiden sich deutlich von der „ordentlichen Straßendecke“ der deutschsprachigen Gefilden. Grasbüschel, Sand, rauer Belag mit teilweise 10-15 cm tiefen Schlaglöchern gilt es vorausschauend zu meistern.

    In Wilmington, in Nellys Restaurant on Rt. 66 ist unsere erste Rast. Zuvor haben wir den ersten Giant passiert. Der grüne Astronaut ist ein Wahrzeichen an der Route 66 und ein Foto wert. Das dazugehörige Restaurant hat seit einigen Jahren geschlossen.

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    Bei Nelly dürfen wir uns, als Route 66-Fahrer enttarnt, mit einem Filzschreiber an der Decke verewigen. Dann wird ein Foto von uns gemacht und auf facebook gepostet. Beim Losfahren entledige ich mich meiner Motorradjacke. Es ist einfach zu heiß. Ab diesem Zeitpunkt fahren wir beide in Jeanshemd und Jeanshose weiter.https://www.facebook.com/pages/Nelly...49041151816426.

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    Unser heutiges Ziel ist Springfield und der 23. Juli Anlass für diesen Urlaub. Mein 50. Geburtstag. Wir besuchen morgens das Lincoln Museum in Springfield, Illinois und fahren anschließend zum Lincoln Tomb, eine beeindruckende Grabstätte, in der Größe und Bedeutung von Abraham Lincoln spürbar sind. Sich am Geburtstag mit einem der bedeutendsten Männer der amerikanischen Geschichte auseinander zu setzen, empfinde ich als besonderes Geschenk. Genauso wie die vielen Grüße und Wünsche per Telefon, Mail, auf xing und facebook. Und besonders freue ich mich, dass Peter als mein persönlicher Reiseführer mit mir diese Strecke fährt. Alleine wollte ich es nicht machen. Er kennt den Weg, hat die Reise vorbereitet und navigiert mich zu den schönsten Orten. Das war sein Geburtstagsgeschenk.

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    In St. Louis beginnt der nächste Bundesstaat Missouri. Bereits von Ferne sehen wir den 192 m hohe Torbogen aus Stahl und Beton (Gateway Arch): das Tor zum Westen.

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    Größere Städte machen motorradtechnisch kaum Spaß. Der ständige Stopp-and-Go-Verkehr in der Hitze nervt. Um sie zu queren nutzen wir die Interstate. Dieses Verfahren bewährt sich. Der Abstecher in die Downtown bietet die städtischen Attraktionen, die Ausdehung drumherum ziehen sich jedoch wie Kaugummi. Eine Fabrik reiht sich an die nächste, es staubt, es ist stickig und langweilig zu fahren. Also ist eine Umfahrung die richtige Entscheidung.

    Wir verlassen fast fluchtartig St. Louis und fahren nach Washington, einem kleinem Städtchen im Staate Missouri, zur weltbekannten Missouri Meerschaum Pfeifenfabrik – ein Muss für den Pfeifenliebhaber Peter. Wieder stehen wir vor verschlossenen Türen. Mit Blick auf die vergitterten Fenster und die heruntergelassenen, vermoderten Rolläden, fragen wir uns, ob hier überhaupt noch produziert wird. Mir fällt das Lied von Bob Dylan ein: The answer, my friend, ist blowin‘ in the wind. Verträumt schauen wir in den stahlblauen Himmel über dem braunen Missouri.

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    Nach Rolla, dem Endziel des heutigen Tages, fahre ich mit dem typischen Harleygrinsen im Gesicht. Die Route 66 verwöhnt uns mit langgezogenen Kurven über seichte Hügel, auf gutem Straßenbelag. Abends gibt’s Genuss pur. Der Teller im Restaurant, das wahrscheinlich selten von Touristen besucht wird, ist leicht überlappend mit einem butterzarten Sirloin-Steak ganzflächig bedeckt.

    Bis Tulsa, unserem nächsten Quartier sind es 350 Meilen. Wir sitzen insgesamt 11 Stunden auf den Motorrädern. Die ersten 100 Meilen führen durch Wälder und Auen. Es ist angenehm kühl und erfrischend. Die geraden Straßen sind easy zu fahren. Nur bei Schotterwegen spüre ich leichte Verkrampfungen. Sofort schaltet sich eine innere Stimme ein, die mir Anweisungen gibt: schaue weit nach vorne, halte deine Geschwindigkeit und fahre nicht zu langsam. Statt die Luft anzuhalten, atme ich bewusst aus und fahre souverän über Unebenheiten, Sand und Geröll. Auch enge Kurven nehme ich wie eine Große. Auf der Straße drehen gehört zum täglichen Geschäft. Immer wieder fahren wir auf Route 66 Straßen, die in Sackgassen münden – oder das Navi spinnt.

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    Ich fahre zum ersten Mal mit einer Schaltwippe. Am ersten Tag habe die Wippe ignoriert. Doch schließlich gefällt mir das Hochschalten mit der Hacke. Nach drei Tagen habe ich mich dran gewöhnt.

    Wenn sich für Sekunden die Welt leicht verdunkelt, hat niemand das Licht gedimmt. Sondern einer dieser Giganten, der König der Straße hat sich zwischen mich und die Sonne geschoben – beim Überholen. Es kann durchaus sein das so ein Truck mich überholt, was in Europa beinahe undenkbar wäre. Hier in Amerika sind die Langhauber -Lkws nicht nur cool, sondern auch schnell. Als „Verkehrshindernis“ kann man sie beileibe nicht bezeichnen.

    Wir fahren durch viele kleine Städtchen. Je nach Stimmung wirken sie mal verträumt, ausgestorben, verarmt oder verkommen. Doch dann entdecken wir ein kleines Restaurant an einem der so typischen rechteckigen Plätze. Laut damaliger Städteplanung, eine pragmatische und für Reisende sinnvolle Anordnung von Straßen und wichtigen Geschäften. Wir parken die Motorräder vor der Tür und essen dass, was alle essen. Burger mit French Fries und Milkshake als Nachtisch. Das gutbesuchte Restaurant war früher eine Apotheke. Ich schlendere an den alten Schubladenschränken und Waagen vorbei zum Restroom.

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    Die plötzlich aufleuchtenden roten Bremslichter vor mir reißen mich aus meiner schläfrigen Verdauungsarbeit. Peter bremst und wendet. Ich habe weder Schild noch Abzweig gesehen und bin irritiert. Statt zu diskutieren tue ich das, was funktioniert. Ich fahre hinterher. Schließlich sind wir in dem Land, das, so könnte man annehmen, den Pragmatismus erfunden hat. Außerdem hat sich jedes Bremsen und Anhalten bisher gelohnt. Mich erwartet ein Schild und ein Stück „Originalstraße“. Es gibt nur noch wenige original erhaltene Meilen der Straße, die mittlerweile 88 Jahre alt und verdammt schmal sind. Wir lassen es uns nicht nehmen einige hundert Meter auf ihr zu fahren. Irgendwie erhebend.

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    Am Abend fahren wir, nun wieder auf der historischen Route 66, Achterbahn. Nein, natürlich nicht wirklich, aber ein bisschen erinnert die Straßenführung entweder an Kamelhöcker oder einen Roller Coaster ohne Looping. Es geht in Wellen rauf und runter. Macht Spaß zu fahren.

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    Der Weg von Tulsa nach Clinton ist temperaturtechnisch heiß, aber unspektakulär. Bis auf 98 Grad Fahrenheit (37 Grad C) steigt das Thermometer. Uns begleiten eine Weile besonders geformte Strommasten. Sie sind ein untrügliches Zeichen für die alte, originale Route 66, die oft kaum mehr als Straße zu erkennen ist. Genauso wie die nach hinten versetzten, teilweise verfallenen Hotels, Restaurants oder Tankstellen. Die Originalstraße führt genau an ihnen vorbei, die historische Route 66 hat circa. 50 Meter Abstand. Dort finden sich immer mal wieder "interessante" Antiquitäten. Mit Gerümpel aus einem Jahrhundert.

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    In Oklahoma City fahren wir kurz durch die Downtown, bevor wir wieder die Interstate als schnelle Umfahrung nutzen. Ein kurzer Stopp in den Läden für Westernkleidung und schon beginnen die Great Plains, ein sehr fruchtbares Gebiet. Ich schaue nach links, rechts, vorne und hinten und sehe Mais, soweit das Auge reicht. Das Bild ändert sich auch nach 20 Minuten Fahrt nicht. Laut Tacho sind wir 20 Meilen (32 km) lang an einem Maisfeld vorbei gefahren.

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    Wir haken in Arcadia das Route 66 Wahrzeichen „runde Scheune“ ab und machen eine kurze Pause im Pops. Das ist ein moderner Glasbau mit einer überdimensionalen Colaflasche vor der Tür. Es ist voll, die Menschen schieben und drängeln, die Verkäufer sind genervt. Deshalb ist die Pause wirklich nur wenige Minuten lang, denn die sprichwörtliche amerikanische Freundlichkeit lässt hier arg zu wünschen übrig.

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    Eis-Kaffee wird aufgrund der Hitze unser Lieblingsgetränk. Wir passieren Shamrock und halten in McLean. Hier erwartet uns das weltweit einzige Stacheldrahtmuseum: The "Devil´s Rope". Ich weiß nicht was schöner ist: der mannsgroße Ventilator im Eingangsbereich, der unsere erhitzte Körper kühlt oder die 1000 verrückten Ausstellungsstücke, eines kurioser als das andere – die Besitzerin eingeschlossen.

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    Kurz danach überqueren wir die Grenze zum Bundesstaat Texas. Hier beginnt der wilde Westen. Kurz vor der Grenze gibts ein kleines Denkmal, das an die Widmung der Route 66 an den Schauspieler Will Rogers erinnert.

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    Es geht verrückt weiter. Der schiefe Wasserturm von Britten ist unser nächster Halt. Natürlich denken auch wir sofort an den schiefen Turm von Pisa und fragen uns im Stillen, wie lange das noch gut geht. Die hintere Stütze schwebt bereits frei in der Luft.

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    Schon in Deutschland hat der Beste aller Motorradfahrer von einem der wichtigsten Highlights dieser Reise geschwärmt. Das Restaurant Big Texan in Amarillo. Hier soll es die besten Steaks geben. Wir sind beide hungrig, durstig und gespannt. Uns erwartet Oktoberfestatmosphäre inkl. Schießbuden und lauter Musik. Manchmal trifft das Sprichwort zu: Je höher die Erwartungen, desto tiefer der Fall. Hier haben wir auf jeden Fall das schlechteste Steak der ganzen Reise serviert bekommen. Wenigstens waren die Getränke gekühlt.

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    Am Abend gehen wir auf die Meile. Harleyfahrer mit irrem Sound und schicken Bräuten zeigen auf der Mainstreet von Amarillo, wer sie sind und was sie drauf haben. Durchaus eindrucksvoll. Vor allem die farbige Motorbeleuchtung finden wir beide irgendwie cool. Die drei Harley Solo-Fahrerinnen sind mir natürlich nicht entgangen. Zu 98 Prozent sitzt das weibliche Geschlecht jedoch entweder bequem oder engumschlungen hinter dem Fahrer – so wie es sich halt gehört – an diesem lauen Samstagabend.

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    Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, als ich am nächsten Morgen die auf zahlreichen Fotos abgelichtete Cadillac-Ranch im Original sehe. Ich überlege, ob sich die zahllosen Farbdosen im Sand wegretuschieren lassen, denn so gleicht das Kunstwerk eher einer Müllkippe. Ein imposantes Bild ist kaum zu knipsen. Gesehen und weiter ist daher unsere Devise. Das gilt auch für eine der größten Rinderfarmen in Texas kurz hinter Amarillo. Rindviecher soweit das Auge blickt.

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    Aber es gibt auch positive Überraschungen. Eine nahegelegene Tankstelle an der Interstate belohnt ihre Gäste mit einer richtig guten Sammlung von alten Automobilen. Zusammen mit der Klimaanlage eine echte Wohltat.

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    Die Landschaft verändert sich. Es tauchen niedrige Tafelberge auf. Kleine Kiefernbüsche bedecken den Boden. New Mexico kündigt sich mit großem Schild an. Zum ersten Mal sehe ich Landschaften, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Unendliche Weiten und Straßen bis zum Horizont.Von hier ab kann man lange Zeit absolut geradeaus fahren. Und kein Verkehr auf der Route 66. Alle, die es eilig haben, fahren auf der parallel verlaufenden Interstate. So "frisst" man Kilometer. Tanken, auf 80mph beschleunigen, eine Stunde fahren, Gas wieder wegnehmen, tanken. Bei uns in Europa undenkbar.




    Ich mache ein Foto. Währenddessen taucht der Ständer meiner Softtail in den heißen Asphalt ein und hinterlässt ein Loch am Straßenrand. Mit meinem Stiefel versuche ich den Ständer grob zu reinigen und fahre schnell weiter. 110° Fahrenheit sagt die Temperaturanzeige an der E-Glide.

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    Aus kleinen Hügeln werden Berge und wir klettern mit den Motorrädern in Kurven wunderbar geschlängelte Straßen empor, bis wir auf einer Art Plateau landen. Mein Landschaftsschwärmen wird jäh unterbrochen durch einen Blick nach vorne. Dunkle Gewitterwolken türmen sich vor uns auf. Die Straße, ohne Rechts-oder Linksabzweigung führt genau darauf zu. Ich zähle sechs Blitze.

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    Wir fahren weiter. Stehen bleiben nützt ja nichts. Kurz vor dem Gewitter biegt die Straße links ab. Wir geben Gas, lassen das „kleine Las Vegas“ rechts liegen und fahren dem Gewitter erstmal davon. Meine wirklich gut trainierte Blase und die Tankanzeige brauchen dringend eine Tankstelle, die sich erst einstellt, als wir uns eine Wetterpause auch leisten können. Mit Chips und Cola befriedigen wir weitere Bedürfnisse und fahren auf der Interstate nach Santa Fe. Hier holt uns der Regen dann doch noch ein. Während ich im Hotelzimmer dem Unwetter lausche, gesteht mir Peter, dass wir statt der Route 66 heute die Route 104 gefahren sind. Eine Alternativstrecke, die sich definitiv lohnt.

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    Santa Fe ist die erste Station, an der wir zwei Tage am Stück bleiben. Es ist trocken und leicht bewölkt, so dass wir uns zuerst die älteste Hauptstadt der USA anschauen. Die Häuser im traditionellen Pueblo-Baustil verleihen der Stadt ein besonderes Flair und machen die große Anziehungskraft auf Künstler und Urlauber verständlich. Statt der vielen Museen besichtigen wir die Franz von Assisi Kathedrale, einen Ort der Ruhe und Stille.

    Wir steigen wieder aufs Motorrad und ich fahre, wie immer hinterher. Ich mache das gerne. Auch wenn ich im wahren Leben gerne bestimme und vorne stehe ist das „an zweiter Stelle“ fahren angenehm. Ich bin verantwortlich für den richtigen Abstand zwischen den beiden Motorrädern. Mit der passenden Distanz entsteht ein Gefühl des gemeinsamen Dahingleitens, ein Flow-ähnlicher Zustand. Es entbindet mich nicht davon weit nach vorne zu schauen und die gesamte Verkehrssituation richtig einzuschätzen.

    Andererseits winkt mich Peter auch immer wieder nach vorne, so dass ich die Führung übernehme. Das ist immer dann der Fall, wenn die folgende Wegstrecke klar ist und man das GPS nicht einsetzen muss. Und es sind ausnahmslos die schönsten Wegstrecken. Dann fahre ich ein paar hundert Kilometer, als würde mir die Strasse alleine gehören.

    Das Straßenschild nach Taos lassen wir links liegen, obwohl das unser Ziel ist. Ich bin verwirrt und frage mich, ob ich entweder schlecht zuhöre oder Peter einer Eingebung folgt. Wohin geht die Reise? Vielleicht führen ihn Spiritualität oder energetische Phänomene. Schließlich ist hier die New Age Bewegung entstanden. Beim Ortsschild Los Alamos weiß ich, dass ihn wohl eher Wissenschaft, Logik und Verstand geleitet haben. Hier ist die Wiege der Atombombe. Alle weltberühmten Kern-Physiker außer Einstein haben hier geforscht und gearbeitet. Trotz Schild finden wir das Besucherzentrum nicht und fahren weiter Richtung Taos.

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    Andächtig stehen wir auf der Brücke über den Rio Grande. „Woher kenne ich nur den Namen“, frage ich mich. Natürlich aus zahlreichen Western, wie konnte ich das vergessen. Zuerst sehen wir den Hinweis ins Skigebiet von Taos und dann sind wir mittendrin, in einem Städtchen mit alternativen Cafés, biologisch hochwertigen Andenkenläden und Touristen in Baumwollkleidung. Fasziniert beobachte ich eine füllige Dame, die ihr Essen mit zwei kleinen Hunden teilt, die im Kinderwagen neben ihr sitzen. Mit New Age hat das wahrscheinlich nur wenig zu tun.

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    Es wird kühl. Seit langer Zeit schlüpfe ich wieder in meine Textiljacke und wir fahren weiter in die Berge. An einem alten Skilift in Sipapu erinnert sich Peter an alte Zeiten, die zwanzig Jahre zurückliegen. Hier ist Energie spürbar, auch wenn der Ort leicht heruntergekommen ist.

    Wieder schaffen wir es den gesamten Tag durch eine Art Gut-Wetter-Korridor zu fahren. Rechts und links ist es bedrohlich dunkel und wir sehen es in der Ferne regnen. Wie von Zauberhand bleiben wir verschont und fahren über kleine, kurvige Landstraßen zurück nach Santa Fe.

    Santa Fe hat einen sehr freundlichen Harleyhändler. Und weil wir so engagiert bedient werden, lassen wir einige Dollars da. Unter anderem bekomme ich einen Becherhalter an meinem Lenker geschraubt, damit ich beim Fahren trinken kann.

    Heute ist Showtime. Wir wandeln auf den Spuren amerikanischer Kult-Filme. Der erste Ort ist Madrid, eine alte Minenstadt. Bekannt geworden ist sie durch den Film „Wild Hogs“, eine Motorrad-Komödie mit Tim Allen und John Travolta. Das aus dem Film bekannte „Diner“ ist heute ein Souvenirgeschäft mit einer jungen, leicht überforderten Verkäuferin.

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    In Albuquerque trinken wir Kaffee im berühmt berüchtigten Los Pollos Hermanos. Heute heißt es Twisters und gehört zu einer Fast-Food-Kette. Allen „Breaking Bad“ Fans ist es ein Begriff. Ein Wandgemälde im Innenraum erinnern an die Serie.

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    Auf dem Weg nach Gallup begleiten uns die Eisenbahn, rote Felsformationen und schwarze Lava. Die abwechslungsreiche Landschaft verführt zu langen seitlichen Blicken. Bei dem wenigen Verkehr – kein Problem. Irgendwie kommt mir die Landschaft bekannt vor. Und wieder sind es die Western, die hauptsächlich hier gedreht wurde. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir in Gallup im El Rancho dem bekanntesten Etablissement zu Abend essen. Dort, wo auch schon John Wayne, Burt Lancaster und viele Helden gespeist und genächtigt haben. Eine Galerie erinnert an die alten Haudegen.

    Hier sehen wir auch einen der letzten "Giganten". Das sind übergrosse männliche Statuen aus Glasfiber, die früher einen Auspuff und einen Reifen in den Armen gehalten haben. So wussten die Autofahrer sofort, wo sie ihr Auto reparieren lassen konnten. Später wurden sie künstlerisch verfremdet, um in jüngster Zeit in alle Welt verkauft zu werden. Deshalb sieht man an der Route 66 immer weniger dieser Wahrzeichen.

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    Der nächste Zielort Flagstaff ist das Tor zum Grand Canyon. Von diesem Weltwunder habe ich sicherlich zwanzig Jahre lang geträumt. Doch zuvor queren wir das Painted Desert, ein Wüstengebiet in Arizona. Die Temperatur macht der Wüste alle Ehre, so dass allein das Betrachten der farbigen Landschaften und der versteinerte Baumstümpfe schweißtreibend ist. Wir sind uns mal wieder einig, dass sich auch dieser Abstecher gelohnt hat, ebenso wie die nächste Attraktion.

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    Der Meteor Crater ist der Einschlagskrater eines Meteoriten aus dem Weltall und in Privatbesitz. Daher sind die Besucherpreise üppig. Spannend fand ich das Bild zum Größenvergleich. Würde man den Krater bestuhlen, so passen 2 Millionen Zuschauer hinein.

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    Die Route 66 macht sich hier oft rar. Meist ist die Interstate die einzige Verbindung. Wir streifen zwei weitere Route 66 Marken, das Schild mit dem Hasen und die beiden Arrows vor einer abgewrackten Tankstelle. Die dann auch noch grossflächig mit einem alten Zaun abgeriegelt wurde. Deshalb fahren wir einfach ohne langen Halt weiter.

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    Kurz vor Flagstaff ändert sich wieder die Landschaft. Es wird grüner, statt Büschen gibt es Bäume und die Temperatur sinkt rapide. Wir sind auf 2000 Meter, ohne Serpentinen oder einen einzigen Gangwechsel. Auf gerader Straße erklimmen wir die Anhöhe. Ein eklatanter Unterschied zu Europas Bergstrecken. Flagstaff hat eine ansprechende City. Irgendwie kuschelig wirken die kleinen Straßen, Geschäfte und Lokale. Die Karte eines hübschen Altstadtrestaurants bietet neben Steaks auch eine Vielzahl frischer Salate an. Hört sich ganz schön gesund an, denke ich und nutze die Chance.

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    Wir stehen früh auf und fahren die achtzig Meilen zum Airport Grand Canyon. Auf dem Weg dahin navigiert uns Peter zum lokalen Harley Händler, der aber nicht die gewünschten Teile hat. Aber er kann uns nach einem Blick in seinen Computer sagen, das sie bei einem Händler in Las Vegas vorrätig sein werden.

    Ich überlege mir während der Fahrt, was ich bereit bin für einen Flug über den Canyon zu zahlen. Das Preisgefüge stimmt, nur sind alle Helikopterflüge für diesen Tag komplett ausgebucht. Die einzige Alternative ist der Flugplatz. Hier gibt es innerhalb der nächsten halben Stunde komfortable Flüge mit einer Cessna für den halben Preis und genauso gutem Blick in den Canyon. Glück gehabt. Dieser Flug ist neben der täglichen Fahrt auf meiner Softail das Highlight dieser Reise. Ich habe still genossen und mich von diesem Weltwunder tief berühren lassen.

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    Den Motherpoint lassen wir uns nicht entgehen, verbringen aber am Rand des Canyons nur wenig Zeit, da dunkle Wolken aufziehen. Wetter ist beim Motorradfahren einfach wichtig. Zum ersten Mal kühlt es schlagartig ab und der Regenkombi schützt uns vor Wassermassen von oben. Im Hotel in Williams wird der Regen so stark, dass wir die Motorräder einfach im überdachten Eingangsbereich stehen lassen, statt sie 10 Meter weiter im Freien zu parken.

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    Fahren, wenden, fahren wenden – so beginnt der heutige Tag. Die asphaltierte Straße endet und das uns langsam bekannte Schild „Road closed“ taucht vermehrt auf.

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    Wir frühstücken in einem der typischen Route 66 Restaurants und ich zeige bei der Bestellung der Kartoffelvariante auf die Teller, der einheimischen Gäste, die hinter uns sitzen. Die Bratkartoffeln mit Zwiebeln und grünen Paprikastreifen sind köstlich. Hätte nie gedacht, dass sie auch als Frühstück schmecken. Gleich darauf sehen wir wieder ein Stück Strasse mit den berühmten "Burma Shaves" Schildern. In Oklahoma hatten wir sie das erste Mal gesehen. Wenn man in der richtigen Geschwindigkeit fährt und den Text laut mitliest, bekommt man ein (oft recht witziges) Werbegedicht zu hören. Mein Liebling war: "Don't stick your elbow / Out so far / It may go home / In another car. / BURMA SHAVE"

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    In Seligman reiht sich ein Souvenirladen an den nächsten. Das kann man von der Anzahl der Motorradfahrer, die wir während unserer Reise treffen, nicht sagen. Eine Hand reicht aus, um sie zu zählen. Meine Vorstellung von vielen Harley Fahrern mit gleichem Fahrziel hat sich nicht bestätigt. Vielleicht war es die falsche Reisezeit?

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    Zuverlässig ist die Begleitung der Eisenbahn. Drei bis fünf Zugmaschinen ziehen locker 100 Wagons. Ich habe gezählt. In Seligman kommen wir mit einem Lokführer ins Gespräch. Ein netter Kerl. Er hupt beim Losfahren und winkt uns freundlich zu. Das Geräusch der Eisenbahnhupe werde ich wahrscheinlich mein Leben lang nicht mehr vergessen. So laut und einprägsam ist diese laute Tonabfolge.

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    Wir fahren durch bis Kingman. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem weiteren Wahrzeichen der Route 66 vorbei, eine alte Tankstelle, die als Museum ausgebaut ist. Die Corvette im Eingang ist weltberühmt.

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    Kurze Zeit später verlassen wir die historische Route 66 für einen Abstecher nach Las Vegas. Mit maximalem Speed erzeugen wir Fahrtwind, um die über 40 Grad Celsius zu ertragen. Die Straße nach Las Vegas ist breit, gerade und lang. Rechts und links ist Steppe, Wüste, Einöde. Meine Getränkeflasche ist schnell leer. Nur die Überholmanöver bringen etwas Abwechslung. In der Pause am Hoover Staudamm fülle ich in erste Linie Flüssigkeit nach und hänge im wahrsten Sinne des Wortes an der Flasche. Hier verlassen wir Arizona und betreten Nevada.

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    Obwohl Las Vegas noch 25 Meilen vor uns liegt, tauchen erste städtische Randbezirke auf. Vereinzelte Casinos laden zum Spielen ein. Meile für Meile tauchen wir in die Stadt ein, die noch unspektakulär wirkt. Der Verkehr nimmt zu. Bei jedem Ampelstopp bricht mir der Schweiß aus. Wir stoppen beim Harleyhändler in Henderson und können kaum genug bekommen von der Klimaanlage und dem Wasserspender. Peter kauft seine telefonisch vorbestellten Harley Teile.

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    Trotz Hitze lassen wir es uns nicht nehmen, in Las Vegas auf dem Strip, die bekanntesten Prachtstraße einzufahren. Ich will sehen, was sonst nur das Fernsehen oder Internet transportiert. Die Realität sind endlose Staus und eine rote Ampel nach der anderen. Natürlich bei 40° im Schatten. So sind wir froh, als wir endlich das Tropicana am Südende des Strips erreichen.

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    Wir haben drei Übernachtungen in Las Vegas gebucht und ruhen uns zum ersten Mal aus. Den ganzen ersten Tag lassen wir die Motorräder in der Garage stehen und erkunden die Casinos am Strip zu Fuss. Besonders gefallen hat mir das Cesars Palace. Dort gibt es einen künstlichen Himmel, und im 30 Minuten Intervall ändert sich die Helligkeit von Taghell zur Dämmerung, bei der dann die Tischlampen angeschaltet werden. An der Plaza essen wir original italienische Pasta. Kitschig und schön.

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    Am Abend gibt es ein besonderes Highlight. In der grossen Halle des MGM Grand gibt Aerosmith ein Lifekonzert. Peter konnte preislich verträgliche Karten organisieren, die zwar weiter hinten waren, aber dafür genau gegenüber der Bühne. Der Lead Sänger Steven Tyler war brilliant. Entweder er wird nicht älter oder er sah immer schon so alt aus wie heute. Auch der berühmte blaue Hut (bekannt aus der Serie "Two an a Half Men") hat nicht gefehlt.

    Erst am zweiten Tag steigen wir wieder aufs Motorrad und machen einen Ausflug in das Death Valley, dem offiziell heissesten Punkt der Erde. Sommerlich gekleidet und ohne Gepäck verlassen wir die Stadt. Es ist bedeckt. In der Ferne sehe ich dunkle Wolken. Regen in Las Vegas? Davon habe ich nie gehört. Wir fahren in die Berge und die Wolken kommen näher. Statt Schweißperlen fühle ich Gänsehaut. Eine Jacke habe ich nicht dabei. Feine Regentropfen benetzen mein Gesicht. "Sonne wäre mir jetzt lieber" brumme ich vor mich hin. Und dann geht es los. Es regnet nicht nur, nein, es schüttet wie aus Kübeln. Die Sicht liegt bei unter 10 Meter. Ich zittere am ganzen Körper, und konzentriere mich auf die verschwommene Silhouette vor mir. Ich schimpfe vor mich hin, durchbrochen von tiefen Atemzügen, die mich wieder beruhigen. Denn, was nützt es. Augen auf und durch ist die alleinige Devise. Wir sind ja nicht aus Zucker.

    Endlich. Nach einer Stunde haben wir die regnerischen Bergkette überwunden und finden ein Frühstücksrestaurant. Dass ich mich an warmer Suppe so erfreue, hätte ich in diesem Urlaub nicht vermutet. Auch der heiße Kaffee ist genial. Zum ersten Mal verfluche ich die kalten klimatisierten Räume. Langsam trocknet unsere Kleidung und es hört sogar auf zu regnen.

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    Ziel ist einer der tiefsten Punkte der Erde (85,95 Meter unter dem Meeresspiegel), das Death Valley. Hier haben wir milde 25 Grad. Der warme Nieselregen ist nun angenehm. Normalerweise kann man an diesem Ort auf dem Asphalt Spiegeleier braten, so heiß ist es. Nur heute spielt das Wetter verrückt. Ich ändere meine Einstellung und akzeptiere die Situation, so wie sie ist. Am tiefsten Punkt der USA, gehe ich in die Hocke, berühre die nasse Salz-Schlammmischung und versöhne mich mit dieser besonderen Wetterlage. Die Salzseen des Death Valley sind mit Wasser gefüllt. Dieser Anblick ist aussergewöhnlich selten, denn normalerweise erlebt hier jeder nur brüllende Hitze und hitzeflirrenden Asphalt.

    In der Furnace Creek Ranch, wo normalerweise die Klimaanlagen im Hochbetrieb laufen, machen wir eine weitere Pause. Hier wurde netterweise ein Kamin angeheizt, so das wir unsere nasse Kleidung trocknen können.


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    Zu Wüsten gehören auch Geisterstädte. Rhyolite war nach einem Goldfund fünfzehn Jahre (1904-1919) lang eine aufstrebende Stadt mit 10.000 Einwohnern. Heute stehen nur noch Ruinen, die kostenfrei besichtigt werden können. Das bekannteste Gebäude ist das Bottle House. Es wurde 1906 aus 50.000 vermörtelten Flaschen gebaut. Eine Kuriosität mitten in der Wüste.

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    Wir tanken heute drei Mal und fahren locker über 300 Meilen, ohne es zu merken. Peter meinte lapidar: „Langsam haben wir einen Eisenarsch.“

    Für das Packen unserer sieben Sachen am nächsten Morgen brauchen wir kaum länger als fünf Minuten. Wir haben beide nur das Nötigste dabei und schon zwei Mal gewaschen in den hoteleigenen Gästewaschmaschinen. Hauptsache funktional – dieser Grundsatz der Amerikaner löst bei mir mal Anerkennung und mal Kopfschütteln aus.

    Bevor wir Las Vegas verlassen will Peter unbedingt Ricks Restaurations besuchen. Bekannt aus der gleichnamigen Reality-Soap. Die Führung ist kostenlos. Man kann durch die Fenster sehen, wie die Angestellten an den Restaurationsobjekten arbeiten. Peter kauft ein original Ricks-Shirt mit abgeschnittenen Ärmeln. Das steht ihm (seiner Meinung nach) ganz ausgezeichnet, weshalb er es fast jeden Abend trägt.
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    Das heutige Frühstück in einer Hot Dog Bude ist das schlechteste des ganzen Urlaubs. Die Gegend wiederrum ist genial und entspricht eins zu eins meinen Vorstellungen von unendlichen Weiten. Ich lasse meinen Blick schweifen und versuche Bilder und Eindrücke zu inhalieren, bzw. in mein Gedächtnis zu brennen. Wir fahren weiter auf der Route 66.

    Mitten im Nirgendwo auf dem Weg nach Barstow bleiben wir an einem kleinen Bahnübergang stehen. Ganz in der Ferne sehe ich den Zug kommen. Die Schranken sind offen. Ich wundere mich, denn in Deutschland stände in dieser Situation die Ampel auf Rot und die Bahnschranken wären lange geschlossen. Der Zug kommt näher und nichts passiert. Schließlich gehen wir davon aus, dass die Anlage defekt ist. Doch ca. 15 Sekunden bevor der Zug an uns vorbei rauscht passiert das Erwartete – nur viel später, als wir sicherheitsorientierten Deutschen es für möglich halten. Andere Länder, andere Sitten. Ich spreche aus, was wir beide denken: „Reisen bildet und erweitert den Horizont“.



    Ob das späte Schließen nun gut oder schlecht ist, will ich hier nicht bewerten, nur das Dinge auch anders gehen, wie wir es im Kopf haben, zeigt diese Episode beispielhaft.

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    Heute sehen wir häufig das Route 66 Logo vor uns auf den Asphalt gemalt. Und noch etwas bedeckt die Straßendecke: Schlamm. Durch die heftigen Regengüsse in den letzten zwei Tagen haben sich in der Wüste flache Seen gebildet. Auf der Straße jonglieren wir vorsichtig zwischen Schlammbergen, Sand und Geröll hin und her. Das macht das Fahren anspruchsvoll. Das wichtigste in dieser Situation ist: locker bleiben, Lenker gerade halten, Blick nach vorne und möglichst wenig bremsen.

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    Endlich kommt die bekannteste Tankstelle der Route 66: Roy´s Cafe. Das Schild kennt fast jeder. Amboy liegt kurz vor dem Abzweig nach Palm Springs. Früher gab es hier nur in Notfällen Sprit. Dann hat ein chinesischer Kaufmann das ganze Gelände für 500.000 Dollar gekauft. Heute funktioniert eine der antiquierte Zapfsäule wieder ganz normal. Wir trinken Kaffee und Sprite. Noch vor 10 Jahren gab es lediglich Wasser für verdurstete Seelen. Mehr nicht. Wir werfen noch einen Blick in die Hotelruine neben der Tankstelle. Das war’s.

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    Beinahe wären wir vorbei gefahren. Doch dann drehen wir auf der Straße und lassen uns das Bagdad Cafe doch nicht entgehen. Bekannt aus dem Film „Out of Rosenheim“ öffnen wir gespannt die Tür. Ich schrecke kurz zurück, denn die Einrichtung oder soll ich eher sagen, das Sammelsurium von Nippes, Müll und tausend Dekorationsgegenständen, erschlägt mich beinahe. Wir trinken Bier aus festverschlossenen Flaschen und der Wirt, der perfekt in die Kulisse passt, macht ein Foto von uns. Ein Service des Hauses.

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    In Barstow wohnen wir im original "Route 66" Motel, das (wie mittlerweile fast alle Motels) von einem Inder betrieben wird. Dafür ist es sauber und mit 35$ auch eines der preiswertesten Motels auf unserer Reise. Am Abend essen wir prämierten Bananenkuchen. Sehr fein. Ein letztes Mal fahren wir abends ohne Helm, was in Kalifornien nicht mehr möglich ist. Dort ist das Helmtragen Pflicht.

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    Ich bin ein wenig wehmütig. Heute fahren wir das letzte Stück Route 66. Auch das exzellente Frühstück bei Molly Browns´s Country Cafe in Helendale, einem sehr sauberen, entzückenden Frühstücksrestaurant, kann mein Gefühl des Abschieds kaum mildern.

    Wir streifen die ersten Randgebiete einer Stadt und ich bin mir sicher, dass das bereits Los Angeles ist. Weit gefehlt. Wir fahren ein Stück Interstate, drehen zwei Mal und sind ruckzuck in den San Bernardino Mountains nördlich von LA. Es beginnt die schönste Bergstrecke der gesamten Fahrt. Wir wedeln mit den Motorrädern durch 100 Meilen Kurven. Zum ersten Mal begegnen uns Gruppen von Harleyfahrern.

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    Der Abstieg von gut 2500 Meter auf Meereshöhe geht schneller als erwartet. Der Pazifik am Santa Monica Boulevard ist das Ziel und letzte Station der Route 66. Los Angeles ist verkehrstechnisch typische Großstadt. Wir stehen im Stau, nutzen jede Lücke, fahren dicht hintereinander und sind beide sehr aufmerksam. Und dann ist es soweit. Zuerst sehe ich den Pazifik in der Sonne glitzern und dann auf einer kleinen Wiese den Stein, der das Ende der Route 66 symbolisiert. Wir haben es geschafft. Im Restaurant gegenüber stoßen wir mit einem Bier auf das Ende unserer Reise an.

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    Die Bilder vom Anfang und vom Ende der Reise gleichen sich frappierend. Eine schnurgerade Strasse in einer amerikanischen Grosstadt, die von einem grossen Gewässer abgeht, gesäumt von Hochhäusern. Davor eine Querstrasse und eine grüne Wiese. Als wäre man nie unterwegs gewesen. Aber der Weg ist das Ziel. In meinem Fall, im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas zu tun, auf das ich lange hingearbeitet habe, mich in manchen Bereichen Überwindung gekostet hat und Ziele und Entscheidungen gebraucht haben, erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit. Die Reise hat sich gelohnt. Wieder kann ich etwas abhaken und weitere, inspirierende Ziele setzen.

    Daten und Fakten

    Wir haben die historische Route 66 an einigen Stellen verlassen, um noch mehr zu sehen. Daher lauten unsere Reisedaten so:
    Fahrkilometer: 3800 Meilen (rund 6000 Kilometer)
    Zeit: 15 Tage
    Start und Ziel: von Chicago nach Los Angeles
    Bundesstaaten: Illinois, Wisconsin, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexiko, Arizona, Nevada, Kalifornien
    Im Vergleich: Die originale Route 66 führt durch 8 Bundesstaaten (nicht durch Wisconsin und Nevada) und ist knapp 2500 Meilen lang.
    Die Kosten beliefen sich incl. Flug, Miete der Motorräder, Benzin, Eintrittspreise, Andenken, Essen und Übernachtung (Einzelzimmer) auf rund 7000 Euro pro Person.

    © 2014, Peter Viczena
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    Geändert von peter (11.12.2014 um 12:02 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Route 66

    Schöner Bericht. Interessanterweise sind Facts dabei, die ich bisher nicht auf die Schnelle erfahren konnte. Mir spukt schon hin und wieder im Kopf diese Tour zu machen. Euer Bericht hat mir jetzt endlich mal einen ungefähren Zeitrahmen präsentiert. Toll.

    Roman

  3. #3
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    Standard AW: Route 66

    Super Bericht, wäre sofort dabei gewesen, suche schon seit längerer Zeit und immernoch händeringend eine oder mehrere Personen, die mit mir diese Tour in dieser Form fahren, da meiner Frau dieser Zeitrahmen zu lange wäre. Mein "vorläufiger Neid" ist vorhanden...

    Grüße Claus

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