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Thema: Harley Panhead, Manifold abdichten, Drucktester, Rons Rubberbands

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    Administrator Avatar von peter
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    Standard Harley Panhead, Manifold abdichten, Drucktester, Rons Rubberbands

    Die meisten Probleme mit schlecht startendem oder unrund laufenden Motor werden in erster Instanz auf einen undichten Manifold zurückgeführt. Zudem kann ein undichter Manifold dazu führen, dass das Gemisch zu dünn wird und der Zylinder dabei überhitzt. Mit bleibenden Schäden am Kolben. Es lohnt sich also, wenigstens hin- und wieder die Dichtigkeit des Systems zu überprüfen.

    Testen

    Um die Dichtigkeit des Manifolds zu testen, baut man den Vergaser ab und setzt auf den Flansch eine luftdichte Abdeckung. Die wird mit 1 bar Druck beaufschlagt. Dann besprüht man den Manifold mit Seifenlauge und schaut, ob sich Bläschen bilden. Genau dort gibt es ein Leck. Genauer wird das Verfahren hier beschrieben:
    Virtual Indian - Summer 2002 - Manifold Leak-Testing

    Hier gibts auch ein Video:




    Natürlich kann man sich einen luftdichten Adapter für seinen Manifold selber schnitzen. Ich habe es mir leicht gemacht und einen passenden für meinen Linkert Vergaser in den USA bestellt. Geliefert wird er von Cotten, den man aus einschlägigen US Foren zum Thema Vergaser kennt:

    Cotten
    Liberty@NPOINT.NET
    Liberty Motorcycle Specialties, Inc.
    118 N. Washington Street
    Lacon, IL 61540 USA

    Ich habe 23$ inclusive Post für die Adapterplatte bezahlt. Sie ist sehr schön aus weissem Kunststoff gearbeitet und hat einen eigenen O-Ring zur Abdichtung. Jetzt brauchte ich noch einen Druckbegrenzer, etwas Schlauch und eine Schnellkupplung zu meinem Kompressor. Das habe ich alles im örtlichen Hydraulik- Fachmarkt bekommen. Die haben mir freundlicherweise die ganzen Teile auch gleich zusammengecrimpt. Gekostet hat das weitere 40 Euros. Damit war mein Manifold Testwerkzeug einsatzbereit.

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    Der erste Test hat gezeigt, dass es dicke Blasen am unteren Ende der Schraubschellen gab. Genau da, wo der Stoss ist und den innenliegenden O-Ring zusammenquetscht. Also habe ich den Manifold ausgebaut. Der O-Ring zeigte tatsächlich Quetschspuren.

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    Pustefix

    Heutige Spülmittel sind eher darauf angelegt, wenig Schaum zu produzieren. Man kann sich aber auch das original Pustefix in der 1Liter Nachfüllflasche bestellen. Im Verhältniss 1:3 verdünnt funktioniert es perfekt und macht richtig schöne Blasen an den undichten Stellen am Manifold. Und die Enkel haben dann auch noch was zum spielen.
    Pustefix 420869725 - Nachfüllflasche Maxi 1 l: Amazon.de: Spielzeug

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    Rons Rubberbands

    Da ich diesem O-Ring Prinzip persönlich nicht so recht traue (auch wenn es historisch original ist), habe ich die Rons Rubberbands ausprobiert. Die hatte ich gerade hier liegen. Das sind stabile Dichtringe aus Gummi (Benzin- und Ölresistente NBR Mischung), die eigentlich erst für die Bikes ab Bj 79 Verwendung finden. Sie kosten 12 Euros das Paar. Mittlerweile gibt es auch schön gearbeitete Schellen in passender Grösse dazu für 5 Euros das Stück. Man bekommt sie im Shovelschuppen Forum (/Technik/Vergaser):
    Shovelschuppen -Echte Harleys haben Köpfe: Shovelhead, Panhead, Ironhead, Knucklehead, Flathead-
    rubberbands@shovelschuppen.de

    Die Rubberbands haben zunächst mal überraschend gut gepasst. Es gibt keine Druckstellen mehr, und die Dichtfläche ist um ein vielfaches Grösser als bei dem alten O-Ring System. Leider bekam ich die Rubberbands nicht dicht. An der Inneseite des Manifold schoss die Luft nur so raus.

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    O-Ringe

    Als nächstes habe ich die "alte" ORing Dichtung versucht, zusammen mit sogenannten "Aircraft" Schellen. Dafür habe ich bei W&W (67-090) einen passenden Satz Manifold Klemmen mit ORingen bestellt und eingebaut.
    W&W Cycles - Carburetor and Injection > O-Ring Manifold Clamps

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    Leider waren auch diese Lösung undicht. Also musste das grundsätzliche Problem woanders liegen.

    Manifold

    Bei der genauen Betrachtung stellte ich fest, dass die Undichtigkeiten immer auf der Innenseite des Manifolds lagen. Und zwar bei beiden Zylindern. Der eingebaute Manifold hatte einen Aussendurchmesser von 49,6mm. Der Ring am Einlass hat einen Durchmesser von 50,8mm. Wenn also die flachen Schellen fest auf den Ring des Einlasses aufliegen, bleibt auf der Manifold Seite immer noch ein Spalt von 0,6mm. Und durch den ging die Luft raus.

    Ich habe deshalb in der Bucht einen gebrauchten Originalmanifold (27027-55) gekauft. Der wurde gereinigt und mit hitzefester Farbe lackiert. Eigentlich war auf meinem Bike der 27027-55A aus Aluminium vorgesehen. Den gabs aber gerade nicht. Und der 27027-55 aus Grauguss tut sicher auch seinen Dienst.

    Der originale Manilfold hat gleichfalls einen Ring im Durchmesser von 50,7mm. So sollte es eigentlich sein. Damit kann die Klammer gleichmässig angezogen werden. Die sonstigen Masse der beiden Manifolds sind identisch. Der bisherige Manifold war wohl irgendein Nachbauteil aus Korea. Schön verchromt, aber zu schmal.

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    Und wieder Rons Rubberbands

    Mit dem neuen Manifold wollte ich aus optischen Gründen die alten Messing Beschläge montieren. Das ging nicht, weil der Innenradius der Schellen zu klein war. Es wurde also keine dichte Verbindung hergestellt. Nacharbeiten wollte ich nicht. Ohne Drehbank ist das exakte Bearbeiten zu Mühsam.

    Dann habe ich die Standard ORing Version verbaut. Ein Zylinder war dicht, der andere nicht. Es hat sich bei näherer Inspektion gezeigt, dass im Anschlussring eines Zylinders ein kleines Stück herausgebrochen ist. Genau da, wo der ORing dichten muss.

    Also habe ich wieder Rons Rubberbands eingebaut. Und jetzt ist es dicht. Ich kann Rons Rubberbands zusammen mit den Schellen uneingeschränkt empfehlen. Sie machen dicht, sind leicht zu montieren und sehen gut aus (ohne die endlos abstehenden Schrauben anderer Lösungen).

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    Tip zum Einbau: Der Vergaserflansch steht nach vorne, die Rubberbands werden schräg eingelegt. Dann den Manifold zusammen mit den (losen) Klemmen auf die Zylinder schieben und den Manifold 180° drehen (unten rum), bis er richtig steht. Dann werden die Rubberbands drübergeschoben und die Klemmen festgezogen.

    © 2014, Peter Viczena
    Geändert von peter (04.03.2015 um 16:27 Uhr)

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