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Thema: Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

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    Standard Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

    Präambel
    Manches von dem hier über das neue Winters Getriebe gesagte beruht auf reinem Hörensagen. Ich werde dehalb diesen Artikel Ergänzen/Korrigieren sofern notwendig


    Das Nesco Getriebe

    Die wirklich grosse Schwachstelle der Boss Hoss ist das 2-Gang Getriebe. Es wurde von der Firma Nesco gebaut. Mittlerweile soll dieses Getriebe nicht mehr von Nesco selber, sondern in Lizenz von der Firma TCI gebaut werden. Etwas besser und stabiler als die letzte Nesco "D" Revision.

    Der erste Gang ist Bulletproof. Da kann man machen was man will. Der kann nach Werksangaben bis 1000PS vertragen. Aber der zweite Gang ist mit Samthandschuhen anzufassen. Eigentlich kann man nur bei etwa 80-100kmh hochschalten und dann gemässigt beschleunigen. Ansonsten geht das Getriebe kaputt. Eher früher als später. Es ist eben ein klassisches Overdrive Getriebe.

    Im zweiten Gang wird das Getriebe auch ungehörig heiss. Durch das schnell drehende Planetengetriebe des zweiten Gangs laufen die Teile im Getriebe heisser. Deshalb haben viele Boss Hoss Treiber (so auch ich) externe Kühler für das Getriebe installiert. Zudem ist bei den Modellen ab 2005 auch ein Warnlicht im Dash installiert, dass vor zu hoher Getriebetemperatur warnt. Das verwendete Schmieröl ist ein Motoröl, das Mobil 1 MX4T Synthetic. Dieses Öl ist in Europa nur schwer erhältlich, Alternativen tragen das Risiko, dass das Getriebe vorzeitig verschleisst.

    Und dann der Rückwärtsgang. Dieser besteht intern eigenlich nur aus einem Riemen, der mechanisch auf die Aussenfläche des Planetengetriebes (Hohlträger) gedrückt wird, um ihn abzubremsen. Eine nicht sehr belastbare Konstruktion, die gerne kaputt geht. Sie ist auch nicht für wirkliche Steigungen geeignet, sondern nur als Rangierhilfe gedacht. Zuviel Gas darf man auch nicht geben, sonst zerbröselt der Riemen. Und man bedenke dass der Rückwärtsgang bauartbedingt im Overdrive läuft.

    Alle 15000-25000 km (oder bei Bedarf früher) ist eine komplette Revision fällig. Das kostet dann gerne mal 5000 Euros. Und eine Menge Zeit, da die Werkstätten ausgelastet sind. Für den Ausbau muss der Rahmen getrennt werden. Das Nesco Getriebe ist mittlerweile bei der revision "D" angekommen. Mit jeder Revision wurden irgendwelche Dinge verbessert/verstärkt. Deshalb führt man die letzten Änderungen auch immer nach, wenn das Getriebe schonmal offen ist. Und nicht zu vergessen die grosse Ölwanne, die eine der beliebtesten/erfolgreichsten Updates ist und dafür sorgt, dass 2Liter mehr Öl in das Getriebe passt.

    Der Drehmomentwandler ist extern. Auch dieser ist den Belastungen der Boss Hoss nicht wirklich gewachsen. Ich habe mehrere Wandler gesehen, in denen sich die Flügelräder zerbröselt haben.



    Das Winters Getriebe

    Die Firma Winters ist dafür bekannt, dass sie Getriebe für Hot Rods und Drag Racer mit mehreren tausend PS baut. Nach rund 6-10 Jahren Entwicklungszeit (je nach Quelle) ist jetzt auch eine Version für die Boss Hoss lieferbar.

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    Das Winters Getriebe ist eine völlige Neukonstruktion. Die Ausführung der Planetenräder ist vertauscht. Während beim Nesco Getriebe der erste Gang direkt lief (1:1) und der zweite Gang über ein Planetengetriebe ein Overdrive war, ist es beim Winters Getriebe umgekehrt. Der erste Gang wird also durch einen Planetensatz untersetzt, der zweite wird direkt übertragen. Deshalb ist beim Winters Getriebe der zweite Gang auch kühler als der erste. Das Winters Getriebe hat 6 Planetenräder, ist also deutlich stabiler als das alte Nesco Getriebe mit 4 Planeten. Dafür wurde bei Winters die Übersetzung bei dem 90° Getriebe so angepasst, dass an der Ausgangswelle dieselben Übersetzungsverhältnisse herrschen wie beim Nesco. Deshalb ist keine Änderung der Sekundärübersetzung notwendig.

    Ein 6-faches Planetengetriebe sieht ungefähr so aus.

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    (http://www.brainkart.com/article/Aut...smission_5058/)

    Das Hochschalten ist in jeder Drehzahl möglich. Also im ersten bis 160kmh und dann hoch in den Zweiten bis jenseits 300kmh. Ohne Angst zu haben, dass einem das Getriebe platzt.

    Hier die ersten Photos die ich bekommen habe:

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    Der Rückwärtsgang hat eine eigene Kupplung mit 4 Kupplungsscheiben und wird nicht mehr über ein Reibband geschaltet. Das kann jetzt richtig Last übertragen. Damit kommt man auch Rückwärts einen Berg hoch. Glaubwürdige Quellen haben mir versichert, dass man im Rückwärtsgang auch ohne Probleme einen BurnOut machen kann. Geschaltet wird der Rückwärtsgang durch ein externes elektrisches Ventil, das in die Öldruckleitung eingeschleift wird und bei Auslösung Öldruck auf die Hydraulik des Rückwärtsgang Kupplung gibt.

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    Der Planetensatz des Winters Getriebes hat auch einen deutlich grösseren Umfang wie das alte Nesco Planetenrad. Zudem ist der die Kupplungswelle an das innere Sonnenrad deutlich länger und stabiler. Auf dem linken Bild sieht man links die Winters Welle, und rechts die Nesco Welle. Auf dem rechten Bild ragt diese Welle aus dem Kupplungsgehäuse.

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    Alles in allem ist das Winters Getriebe deutlich besser und präziser verarbeitet und verwendet stabilere Materialien.

    Als Schmieröl wird ein gängiges ATF Automatik-Getrieböl eingesetzt (Dexron III). Und es ist auch bereits die grosse Ölwanne verbaut. Aber zum Glück nicht die ganz grosse des ersten Prototypen. Die war so gross, dass sie bei eingebautem Getriebe auf dem Boden geschliffen hat.


    Das neue Getriebe soll bis zu 3000PS übertragen können. Also deutlich genug. Es wurden im ersten Batch 35 Getriebe gefertigt und es sind Teile für weitere 100 Getriebe vorrätig. Momentan werden 2 Getriebe pro Woche geliefert. Als die ersten Getriebe an Kunden ausgeliefert wurden stellte sich heraus, dass die verbaute Ölpumpe den Anforderungen nicht standhielt. Das lag daran, dass im Prototyp eine andere Ölpumpe verbaut war, der Hersteller aber während der Entwicklungszeit Konkurs ging. Die alternative Ölpumpe für die Kundengetriebe hatte zwar dieselbe Spezifikation, war aber nicht stabil genug. Besonders dann, wenn noch externe Ölkühler verbaut waren. Also wurden die Getriebe zurückgerufen und die Ölpumpen durch eine neue, stärkere ersetzt.

    Das Winters Getriebe passt in jede Boss Hoss ab Baujahr 2000.

    Einen kleinen Nachteil gibt es beim Winters Getriebe: Es gibt nur Signalausgänge für Neutral und Rückwärtsfahren. Das Nesco hatte Schaltausgänge für beide Gänge, Neutral und Rückwärts. Diese werden im Dash angezeigt. Vielleicht kann man da was machen (siehe weiteren Artikel). Im täglichen Betrieb spielt das bei Winters keine grosse Rolle. Man merkt schon beim Fahren, in welchem Gang man sich befindet. Und man kann ja in beiden Gängen problemlos anfahren.


    Haltbarkeit

    Als ich letztes Jahr in Dyersburg/Tennesse die Fabrik besucht habe, konnte ich zum ersten Mal das Getriebe sehen. Die damaligen Eigentümer haben es intensiv getestet. Es war praktisch unkaputtbar. Anfahren geht im ersten wie auch im zweiten Gang. Der Rückwärtsgang funktioniert so wie man es sich vorstellt. Da wusste ich, dass ich so ein Getriebe brauche und habe gleich eines Bestellt.

    In diesem Jahr war ich auf der Boss Hoss Rally in Dänemark. Dort gab es ein neues Boss Hoss Modell zu sehen, das mit dem Winters Getriebe ausgerüstet war. Die Probefahrt war aufschlussreich. Man konnte im ersten wie auch im zweiten Gang problemlos anfahren. Der "Einkuppelvorgang" des Drehmomentwandler war sehr viel schneller und direkter, es fehlte die sirrende Schweigesekunde des alten Wandlers. Das Hochschalten/Runterschalten geht schnell und mit einem "Klung Klong", und drin ist man. Jetzt kann man im zweiten Gang gemütlich in jeder Drehzahl cruisen und bei Bedarf im ersten Gang die Sau rauslassen. Das beruhigt die Nerven und spart nicht unerheblich Sprit.

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    Die besagte Boss Hoss war übrigens das ganz neue Modell Jahrgang 2017. Sie wurde bereits im Frühjahr 2017 in Daytona vorgestellt. Der Motor ist ein 383 Stroker V8. Hinten ist die originale belüftete Scheibenbremse von BH installiert, die sich hinter einer Chromabdeckung verbirgt. Sie ist sehr schlank im Erscheinungsbild. Der Schwerpunkt liegt tief und sie wirkt und bei weitem nicht so bullig wie die bisherigen Eisenhaufen. Man fühlt sich an eine aufgeblasene Softail erinnert. Das ist ein Bike, dass auch Harley Treiber zum Umsteigen bewegen wird. Sogar Claudia (eher eine kleine leichte Frau) hat sich sofort getraut, mit diesem Bike zu fahren.

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    Mein Winters Getriebe

    Ich habe wie schon gesagt schon im letzten Jahr das Getriebe bestellt. Aber erst anfang August (rund ein Jahr später) war mein Getriebe lieferbar. Praktischerweise kurz vor der Dänemark Rally, weshalb ich es auf dem Rückweg bei BH in Hürth abholen konnte. Aus den Erfahrungen der ersten verbauten Winters Getriebe heraus hat der deutsche BH Importeur einen speziellen Installationskit entwickelt.

    Im Gegensatz zum Nesco Getriebe verlaufen die Ölversorungsleitungen beim Winters Getriebe nicht intern, sondern extern. Um nicht überall Stahlflex Leitungen am Getriebe hängen zu haben, werden diese Leitungen jetzt starr ausgeführt und verlaufen zwischen den unteren Kühlrippen der Ölwanne. Das gibt einen sauberen Look.

    Wartung

    Das Nesco Getriebe hat einen externen Ölfilter sowie auch einen internen Edelstahlfilter. Um den internen Filter zu reinigen muss man die Ölschläuche abmachen, die Ölwanne ausbauen, das Dichtmittel entfernen, alles reinigen, trocknen lassen, Dichtmittel wieder drauf und Ölschläuche wieder dranmachen.

    Das Winters Getriebe dagegen hat nur den externen Ölfilter. Nach dem Einfahren des Getriebes sollte man die Ölwanne sicher einmal ausbauen um zu sehen, ob am Magneten Stahlabrieb hängt. Aber ansonsten kann man sich das Ausbauen der Ölwanne sparen. Es ist auch kein Ölmesstreifen mehr verbaut, wie er im Nesco Getriebe installiert ist. Dieser zeigt an, welche Maximaltemperatur das Öl erreicht hat, um eventuelle Regressforderungen wegen defektem Getriebes durch Nachweis eines "zu heissen" Fahrens abweisen zu können.

    Zudem wird der unförmige Öl-Einfüll-Schnorchel aus schwarz gepulvertem Aluminium gegen eine Druckarmatur ersetzt, so dass der Händler direkt aus dem Fass das Getriebeöl in das Getriebe pumpen kann. Ein Teil der Druckarmatur bleibt fest am Getriebe und wird bei Nichtbenutzung durch eine rote Silikonkappe abgedeckt. Der andere Teil kommt an den Schlauch vom Ölfass. Damit geht das Befüllen des Getriebes sehr viel schneller.


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    Kosten

    Nach Angaben meines Händlers verringern sich durch diese baulichen Veränderungen die regelmässigen Wartungskosten um rund 400 Euronen pro Wartung. Das ist nicht schlecht. Zusammen mit dem gesenkten Verbrauch des Bikes (Fahren im 2.ten Gang) und der längeren Haltbarkeit des Getriebes könnten sich die Mehrkosten zum Nesco Getriebe sogar mittelfristig amortisieren.

    Zum Kaufpreis: Da ich einer der ersten Kunden für das Getriebe war, habe ich einen "Spezialpreis" bekommen. Der entgültige VK liegt noch nicht fest, wird sich aber wahrscheinlich bei rund 17.000 Euros bewegen. Plus Einbau. Der Importeur nimmt die alten Nesco Getriebe in Zahlung. Aber man sollte sich nicht zuviel Rückkaufwert versprechen. Die Lieferbarkeit des neuen Getriebes ist schlecht, da viele Boss Hoss Fahrer so ein Getriebe haben wollen, aber die Produktion nur sehr langsam voran geht. Es ist also mit Wartezeit zu rechnen. Ein neues Nesco Getriebe kostet übrigens rund 8.000 Euros.

    Beim Kauf einer neuen Boss Hoss kann man das Winters Getriebe für einen Aufpreis von rund 4000 Dollar gleich mitbestellen. Eine lohnende Investition.

    Einbau

    Sobald mein Getriebe eingebaut wird, gibt es weitere Bilder und Berichte.



    © 2017, Peter Viczena
    Geändert von peter (11.02.2018 um 18:10 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

    Stand Februar 2018

    Mein Getriebe wurde immer noch nicht montiert. Der Testfahrer meines Mechanikers Oli hat das Allererste dieser Getriebe bekommen. Oli sagt "Wenn der es nicht kaputt bekommt, dann hält es". Der Testfahrer hat also das Getriebe über ein paar hohe Alpenpässe gequält und es dabei kaputt gemacht.

    Was ist passiert?

    1. Die Öltemperatur schoss nach oben. Deutlich über 180 °C.
    2. Die Schaltwalze hat sich verklemmt.
    3. Die Kupplung ging nicht mehr richtig, so dass die Gänge nicht mehr eingelegt werden konnten.

    Eine forensische Untersuchung des Getriebes hat folgende Ursachen ergeben:

    1. Eine Ölleitung im Getriebe hat sich gelöst. Dadurch war der Ölkreislauf unterbrochen. Das Öl gelangte nicht mehr in den Ölkühler. Die Ursache war ein Verbinder mit einem Innenleben aus Plastik. Vergleichbar mit den Anschlüssen der Dämpferpneumatik an einem Harley Tourer.
    2. Durch die gnadenlose Überhitzung wurde der Durchmesser der Schaltwalze zu gross und hat blockiert. Es war ein reiner Folgeschaden aus 1.
    3. Der Halter für die Kupplung trägt eine Reihe von Dichtungsringen. Die Kerbungen für die Dichtungsringe waren nicht sauber gearbeitet, so dass die Dichtungsringe vorzeitig verschleissen und damit der Druck zur Betätigung der Kupplungen nicht mehr aufgebracht werden konnte. Dann lassen sich die Gänge nur noch schwer/gar nicht mehr einlegen.

    Dieser Defekt war dem Hersteller Winters wohl schon vorher bekannt. Auch das im ersten Artikel erwähnte Testbike in Dänemark hatte am letzten Tag Probleme mit der Schaltung, so dass man nur noch im ersten Gang fahren konnte.


    Abhilfe:


    Der Hersteller Winters und der deutsche Importeur in Köln/Hürth haben umgehend reagiert. An jedem ausgelieferten Winters Getriebe werden folgende Dinge umgebaut:

    1. Der alte Verbinder mit Plastik Innenteil wird durch einen Verbinder mit Metall Innenleben ersetzt. Der kommt aus der Luftfahrttechnik. Auf dem Bild ist links der neue (längere) Verbinder und rechts der Alte. Beim Testgetriebe konnte man den Schlauch zusammen mit dem geschmolzenen Plastik innenleben des Verbinders herausziehen.

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    2. Es wird ein neuer Kupplungsträger mit neuen Dichtringen verbaut. Links sieht man den Kupplungsträger mit den Einkerbungen für die Dichtringe. Die sehen aus wie Kolbendichtringe, ein (verschlissenes) Exemplar liegt rechts daneben. Auf dem rechten Bild sieht man den Träger in der Kupplungsglocke montiert.

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    Der Testfahrer hat zudem eine neue Schaltwalze bekommen. Der Einfachheit halber haben das Testgetriebe und meines gleich eine komplett neue Kupplungsglocke mit allen Modifikationen bekommen.

    Das Testgetriebe wurde nach der Aufrüstung auf dem Getriebeprüfstand gequält. Zwei Stunden bei simulierten 20% Steigung. Das hätte nach Angaben des Importeurs ein Nesco Getriebe gnadenlos zerrissen. Das Winters Getriebe dagegen hat diese Tortur nur mit einer leichten Öltemperatur Erhöhung von 10°C quittiert. Eine nachfolgende Inspektion des Innenlebens hat keine Auffälligkeiten ergeben. Das Winters Getriebe sah immer noch wie neu aus.

    Sobald das Testgetriebe verbaut ist, wird es wieder über die Berge gequält. Wenn das funktioniert bekomme ich meines eingebaut.
    Geändert von peter (11.02.2018 um 18:22 Uhr)

  3. #3
    Administrator Avatar von peter
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    Standard AW: Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

    Stand April 2018

    Es hat sich gezeigt, dass das Winters Getriebe noch einen bauartbedingte Schwäche hat: die Ölpumpe. Auch der neue Lieferant hat es zu gut gemeint und die Toleranzen der Ölpumpe sehr eng gehalten. Mit dem Argument, dass dadurch auch bei heissem Öl noch relativ hoher Öldruck erreichbar ist. Leider hat sich herausgestellt, dass diese engen Toleranzen zum blockieren der Ölpumpe führen können. Dann überhitzt das Getriebe und die bekannten Folgeschäden treten auf. Gedacht war vom Pumpenlieferanten, dass man die Ölpumpe erstmal einige tausend km "Einfährt". Aber wie fährt man eine Ölpumpe im Getriebe ein?

    Ab Ostern 18 gibt es also auch eine neue Ölpumpe mit grösseren Toleranzen. Diese wird gleichfalls kostenlos nachgerüstet. Das umgerüstete Winters Getriebe meines Schweizer Kollegen hat mittlerweile klaglos mehr als 2000km über alle schweizer Pässe (1.er und 2.ter Gang!!) überstanden und ist nie wärmer als 95°C geworden. Das Nesco wurde in vergleichbaren Fahrsituationen über 175° C heiss.

    Also ist der Einbau meines Getriebes in greifbare Nähe gerückt und ich rechne damit, dass ich es beim schweizer Boss Hoss Treffen in Davos fahren kann.
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    Geändert von peter (03.06.2018 um 13:43 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

    Stand August 2018

    Das Getriebe ist endlich eingebaut. Zum Swiss Ride in Davos hatte ich das erste Mal Gelegenheit, die Maschine in den Bergen auszufahren. Und es war grossartig. Man kann locker im zweiten Gang dahingleiten. Der erste Gang reisst die Maschine wie gewohnt nach vorne, der zweite ist gemütliches Cruisen.

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    Das Schalten zwischen ersten und zweiten Gang klappt in jedem Drehzahlbereich. Einzig beim Anfahren braucht das Getriebe ungewohnt lange, um einzurasten. Dabei macht es dann deutlich "Klong", wie man es auch vom Harley Getriebe kennt. Daran muss man sich erst gewöhnen. Das Nesco Getriebe war in dieser Beziehung schneller und leiser. Vielleicht kann man das Winters nachjustieren.


    Rückwärtsgang

    Der Rückwärtsgang ist jetzt ein richtiger Gang, mit dem man auch mal Bergauf fahren kann. Ohne Angst haben zu müssen, dass der Riemen reisst. Eine Besonderheit meines Getriebes ist, dass nach einlegen des Schalthebels der Gang sofort aktiviert ist. Wie beim Auto. Drückt man den Schalter am Lenker, dann wird der Kraftfluss unterbrochen. Bei den ersten Winters Getrieben war es genau wie im aLten Getriebe: Erst durch den Schalter wurde Kraftfluss hergestellt.

    Ich kann mit dieser Version gut Leben.


    Verbrauch

    Der Verbrauch hat sich deutlich gesenkt. Mit dem alten Getriebe und dem 300/18 Reifen hat sich der BigBlock rund 30 Liter/100km reingezogen. Das war nicht lustig. Ich habe mal Andy aus Köln darauf angesprochen. Der sagte "30 Liter sind VIEL ZUVIEL für den BigBlock. Das dürften höchstens 27 Liter sein". Da wusste ich nicht ob ich Lachen oder Weinen sollte....

    Die erste Massnahme war der Umbau des Hinterrades auf 280/20. Damit sank der Spritverbrauch auf etwas über 20Liter/100km. Zudem wurde die Kurvenstabilität besser und das Bike steht endlich wieder gerade. Und nicht mit dem Arsch nach unten. Es fährt sich wie eine Roadking.

    Das neue Getriebe hat den Verbauch weiter auf unter 17Liter/100km gesenkt. Bei flotter Alpenfahrt. Man kann also davon ausgehen, dass das Getriebe alleine für 20% Spritersparniss sorgt.

    Fahre ich nur lang genug, dann rechnet sich das Ganze vielleicht...


    Bilder vom Umbau.

    1. Zuerst wird der Rahmen getrennt.

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    2. Das neue Winters Getriebe steht bereit, das alte Nesco wird ausgebaut.

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    3. Das Winters Getriebe wird eingebaut.

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    4. Oli hat einen Deutsch-6 Stecker montiert, an den später die neue Ganganzeige angeschlossen werden soll.

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    5. Die Rahmenhälften werden wieder verheiratet.

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    6. Oli hat auch einen eigenen Edelstahl-Umbausatz für die externen Ölleitungen entwickelt. Genau passend für das Winters Getriebe. Die Komponenten entstammen dem Rennsport.

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    7. Dazu gehören auch Halterungen und Anschlüsse aus Edelstahl.

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    8. Dann wird die Elektrik wieder montiert.

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    Infos

    Wer Näheres zum Umbau oder über die verbauten Sonderteile wissen will, kann sich direkt an Oli wenden:

    Olis Kustom Garage
    Birrer Olivier
    Ob den Reben 5
    CH-4323 Wallbach
    Schweiz
    olis.k.garage@bluewin.ch
    Telefon: +41787084505
    Fax: +41618611847
    Geändert von peter (06.08.2018 um 18:46 Uhr)

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    Standard AW: Das neue Winters Getriebe, Nesco kommt raus

    Stand Oktober 2018

    Nach den ersten 2000km mit dem neuen Getriebe wurde das Getriebeöl gewechselt. Zudem wurden die externen Ölleitungen neu verlegt. Jetzt funktioniert der Rückwärtsgang wieder wie gewohnt. Also erst dann, wenn man den linken Schalter am Lenker betätigt.

    Der heftige Ruck eim Einlegen des ersten Gangs hat sich erledigt. Jetzt geht der Gang ganauso leicht rein wie beim Nesco. War offensichtlich nur eine Sache des Einfahrens.

    Ansonsten funtioniert alles prima, keine weiteren Auffälligkeiten.

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